#Lichtspricht - connected lighting, LED-Forum 2019

Die zunehmende Vernetzung macht auch vor dem Licht nicht halt. Oder ist die Beleuchtung sogar eine treibende Kraft hinter der zunehmenden Vernetzung der Systeme?

Am LED Forum 2019 behandelten verschiedene Referenten das Thema Vernetzung aus unterschiedlichen Perspektiven. Smart City und intelligente Gebäude sind auf Impulse, resp. Messdaten angewiesen, um auf sich verändernde Umgebungsbedingungen reagieren zu können. Ein intelligentes Gebäude braucht dafür «Sinneszellen». Am LED-Forum sprach Dr. Richard Fix über die Einsatzmöglichkeiten von Sensoren in Gebäuden und Smart Cities und wie diese eine intelligente Beleuchtung unterstützen können.

Die Zukunft des Lichts ist digital, nachhaltig und benutzerorientiert.

Markus Weinberger, Professor für IoT an der Hochschule Aalen, beleuchtete das Internet der (kommunizierenden) Dinge. Der Idee des IoT liegt zugrunde, dass künftig praktisch jedes technische Gerät vernetzt werden kann. Dies eröffnet bis dato noch unerschlossene Möglichkeiten, die weit über die heutigen sogenannten «smarten Produkte» hinausgehen. Das IoT wird, wenn wir es zielgerichtet einsetzen, zu einer Quelle hochauflösender Daten. Diese erlauben es, Vorgänge in der physischen Welt in bisher unbekannter Weise zu analysieren und zu verstehen, um letztlich aus den gewonnenen Erkenntnissen, Bestehendes zu verbessern und Neues ins Leben zu rufen. Was heute schon alles möglich ist und wie relevant Big Data ist, zeigte Dr. Jochen Decker, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Architektur bei SBB Informatik. Die SBB investieren in Millionen Höhe, weil das Einsparpotential durch Effizienzsteigerungen die Investitionen bei Weitem überwiegt.

Doch was bedeutet das für die Lichtbranche?

Die fortschreitende Digitalisierung, die fortschrittlichen Sensoren und die Möglichkeit der Einbindung in grosse Systeme wie dem IoT ermöglichen es der Beleuchtungsindustrie, sich selbst «neu zu erfinden». Das IoT wird damit zum Sprungbrett für innovative Unternehmen in der Beleuchtungsbranche. Durch die Einbindung im IoT wird künftig Big-Data-Kompetenz zum Game-Changer in der Beleuchtungsindustrie. Der offensichtliche Vorteil für die Branche ist, dass jeder für den Menschen relevante Lebensbereich mit Licht erschlossen ist. D.h., wir haben eine relevante Dichte an konstant elektrisch erschlossenen Punkten. Diese sind in der Vogelperspektive bestens platziert, um Bewegungs- und Crowd-Daten zu erheben. Kombiniert man nun die Leuchte mit relevanter Sensorik und bindet diese in Systeme, resp. das IoT ein, ermöglicht dies, relevante Daten (z.B. Präsenz- und Bewegungsmuster, Frequentierung, Peaks und viele weitere) zu sammeln.

Der Umgang mit den Daten

Letztlich ist es die richtige Fragestellung die definiert, auf welchen Daten für welche Kunden Services entwickelt werden können, die für diese einen relevanten Mehrwert darstellen. Die Unternehmen, die es künftig verstehen, die entsprechende Sensorik zur Erhebung dieser Daten mit der Leuchte zu kombinieren, erschliessen sich den Zugang zum «Rohstoff des 21. Jahrhunderts». Zukünftig werden sich innovative Player in der Beleuchtungsindustrie als Service-Provider positionieren, wodurch sie den Sprung weg vom volatilen Verkauf von Beleuchtungskörpern hin zu einem kontinuierlichen Einkommensfluss schaffen. Die Kompetenz in der Analyse und der Verknüpfung von relevanten Daten ist dafür die Voraussetzung in der sich abzeichnenden Evolution der Beleuchtungsbranche.

Wir sind alles keine Wahrsager. Ob das IoT und damit Big Data für die Beleuchtungsbranche letztlich disruptiv wird, können wir nicht beantworten. Die Vorzeichen dafür sind jedoch erkannt. In diesem Sinne schloss das LED-Forum dann auch mit einem Beitrag von Andreas Huber, dem Geschäftsführer des Club of Rome Deutschland, mit Anregungen in Zeiten des Wandels, Veränderer und nicht Verhinderer zu sein.

 

LED_Forum_2019_Ausstellung LED_Forum_2019_Ausstellung_Gespräch

Während der Begleitausstellung ergeben sich viele Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.

 


Das nächste LED-Forum findet am 30. Januar 2020 unter neuem Namen – Swiss Lighting-Forum – im Congress Center Basel statt.
 

 

Neues Format am Swiss Lighting-Forum 2020

Um den gezielten individuellen Informationsaustausch und das zielgerichtete Networking zu fördern, findet das Barcamp-Format erstmals Einzug ins Forum. Dabei handelt es sich um themenspezifische Diskussionsrunden, die von Teilnehmenden initiiert werden können. Erfahren Sie mehr im folgenden Video:

 

Swiss-lighting-Forum.ch

Beleuchtung, die noch mehr kann (bulletin.ch)

LED-Leuchten entwickeln (bulletin.ch)

Neue Technologie für warmweisse LED (bulletin.ch)

LED gewinnt weiter an Terrain (Blog)

Mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft (Beitrag ET Licht)

 

Veranstaltungshinweise

7. März, Smart Home 2019 - Smart Home in a connected world, Congress Center, Basel

März/April, verschiedene Daten und Orte, Informationstagung für Betriebselektriker,

14. Mai 2019, Energien der Zukunft - Umbau der Energie-Erzeugung bis 2030 – auf dem Weg zwischen Strategie und Realität, Dietikon

 

Text: Patrick Collet, Electrosuisse
Fotos: Electrosuisse

 

 

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