Nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz

Im Rahmen des Klimaabkommens haben wir uns in der Schweiz verpflichtet, den CO2-Ausstoss zu senken. Das Ziel ist es, von heute 6 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf im Jahr 2050 höchstens noch 1,5 Tonnen auszustossen. Zudem soll der Ausstieg aus der Kernenergie nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima schrittweise erfolgen.

Aufgrund dieser Entwicklungen und Beschlüsse hat der Bundesrat die Strategie zur langfristigen Gewährleistung einer sicheren, preiswerten und umweltverträglichen Energieversorgung der Schweiz überarbeitet. Die Energiestrategie 2050 fasst die dafür nötigen Massnahmen zusammen. Die Steigerung der Energieeffizienz und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien sollen zu diesem Ziel führen. Auch die Energieforschung soll intensiviert werden. In einem weiteren Schritt soll ein Lenkungssystem das heutige Fördersystem ersetzen.

Angestrebte Ziele

Die Ziele der Energiestrategie sind:

  • Bis 2035:
    - Senkung des durchschnittlichen Endenergieverbrauchs pro Person und Jahr um 43 % (gegenüber dem Basisjahr 2000)
    - Reduktion des Stromverbrauchs um 13 %
     
  • Bis 2050:
    - Senkung des Endenergieverbrauchs um 54 %
    - Reduktion des Stromverbrauchs pro Person und Jahr um 18 %
     
  • Steigerung der Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien, wie Wind, Sonnenenergie, Biomasse und Geothermie bis 2035 auf 14,5 TWh; bis 2050 auf 24,2 TWh.

Umbau in Etappen

In den ersten Massnahmen der Energiestrategie 2050 sind die Bereiche «Energieeffizienz » und «Erneuerbare Energien» zentral. Die geschätzten Potenziale sollen mit den heute verfügbaren und absehbaren Technologien realisiert werden. Allerdings können die langfristigen energie- und klimapolitischen Ziele nur teilweise erreicht werden. Aus diesem Grund ist in einer zweiten Etappe nach 2020 eine Energieabgabe auf sämtliche Energieträger geplant. Der Übergang vom bestehenden Förder- hin zu einem Lenkungssystem soll sukzessive stattfinden. Das heutige Fördersystem der finanziellen Unterstützung von Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien, oder der Sanierung von Häusern, wird in ein Lenkungssystem umgewandelt, in dem die Nutzung der Energie versteuert und so ein Anreiz zum sparsamen Umgang geschaffen wird. Die Einnahmen werden anschliessend an die Bevölkerung und Wirtschaft zurückverteilt.

Effizienzmassnahmen

Die erste Phase der Energiestrategie umfasst vor allem Effizienzmassnahmen und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Reduktionsziele der Energiestrategie können nur durch die Förderung der Energieeffizienz und einem sparsamen Umgang mit Energie erreicht werden. Der Bundesrat will mit den folgenden Massnahmen in den nächsten Jahren eine möglichst grosse Wirkung erreichen:

  1. Gebäudesanierungsprogramm ausbauen.
    Rund 46 % der Endenergie, resp. 36 % des Erdölverbrauchs, werden heute für Gebäude benötigt. Mit dem Sanierungsprogramm werden z.B. Gebäude-Isolierungen, der Ersatz alter Fenster oder der Einsatz erneuerbarer Energien zum Heizen finanziell unterstützt.
     
  2. Erhöhung der Anforderungen an Elektrogeräte.
    Damit die Konsumenten energieeffiziente Geräte erkennen können, müssen immer mehr Produktegruppen mit einer Energieetikette ausgezeichnet werden.
     
  3. Emissionsziele für Personenwagen verschärfen
    64 % des gesamten Erdölverbrauchs, resp. 35 % des Endenergieverbrauchs der Schweiz geht zu Lasten der Mobilität. Die Emissionen von erstmals in Verkehr gesetzten Fahrzeugen sollen deshalb bis Ende 2020 auf durchschnittlich 95 g CO2 /km vermindert werden.
     
  4. CO2-Abgabe
    Sie ist ein zentrales Instrument zur Erreichung der gesetzlichen Klimaschutzziele. Diese Lenkungsabgabe und wird seit 2008 auf fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas erhoben. Im Rahmen der Energiestrategie schlägt der Bundesrat eine Erhöhung der Abgabe vor.

Ausbau erneuerbarer Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion liegt heute bei rund 61 %. 58 % sind Wasserkraft und 3,2 % neue erneuerbare Energien (der grösste Anteil aus Kehrichtverbrennungs- und Abwasserreinigungsanlagen). Die neuen erneuerbaren Energien Wind, Biomasse und Solarenergie tragen aktuell 1,7 % zur Schweizer Stromproduktion bei, was 1,2 TWh entspricht. Das ökologisch vertretbare Potenzial der Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) bis 2050 wird auf insgesamt rund 24 TWh pro Jahr geschätzt. Die Wasserkraft soll auf eine Jahresdurchschnittsmenge von 38,6 TWh ausgebaut werden (heute 36,3 TWh). Diese Massnahmen sollen die Abhängigkeit von fossilen Energien reduzieren und der Ausstieg aus der Kernenergie unterstützen.

Zusammen mit anderen kleineren Massnahmen wird die Grundlage für die Senkung des Energieverbrauchs und die Änderung des Energiemix zu Gunsten der erneuerbaren Energien geschaffen.

«energie schweiz»

Um die ambitiösen Ziele zu erreichen, spielt das Konsumentenverhalten eine wichtige Rolle. Verhaltensänderungen sind deshalb ein wichtiger Teil der Strategie. EnergieSchweiz, das Rahmenprogramm des Bundesamtes für Energie, unterstützt freiwillige Massnahmen verschiedenster Akteure und übernimmt eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung und der Aufklärung der Bevölkerung über die Nutzung von erneuerbaren Energien und den effizienten und sparsamen Umgang mit Energie.

energieSchweiz (Web)

Gemeinsame Roadmap zur Förderung der Elektromobilität unterzeichnet  (Web)

Marktübersicht energieeffizienter Fahrzeuge (Web)

Elektroauto, von Kunden mit-designed  (Blog)

Die Schweiz soll klimafreundlichstes Land Europas werden (Blog)

Beratung und Engineering, Electrosuisse (Web)

 

Veranstaltungshinweise

Driving Experience,
Ausstellungen und Probefahrten, von März bis September, div. Daten und Orte in der Schweiz
Energien der Zukunft - Umbau der Energie-Erzeugung bis 2030, 14. Mai, Dietikon
Gebäudetechnik-Kongress, 3. Oktober, Luzern
FaktorEnergie, 31. Oktober, Zürich
 

Quelle: EnergieSchweiz/Faktenblatt Nr. 5
Foto: pixabay

 

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