Nur jedes dritte Unternehmen bietet Talenten innovative Karrierewege

Aus der aktuellen Personalstudie «Trust in Talent» von Kienbaum ist ersichtlich, dass es deutliche Diskrepanzen zwischen der Wahrnehmung aus der Sicht von Unternehmern und Talenten gibt. Gemäss dieser europäischen Studie stechen drei Key-Learnings heraus: In jeder zweiten Firma fehlt eine Strategie für das Talent-Management. Unternehmen müssen sich darüber klar werden, welche Talente sie künftig benötigen. Innovative Unternehmen überlassen den Talenten die Verantwortung für ihre Entwicklung. Kienbaum hat für die Studie 204 Personaler und 118 Mitarbeiter getrennt befragt und neue Entwicklungen im Talent-Management aufgedeckt.

Viele Unternehmen verändern ihre Organisation, aber im Talent-Management verfolgen sie alte Muster: In nur jeder dritten Firma können sich Mitarbeiter auch abseits klassischer Karrierepfade entwickeln. In knapp 70 % der Unternehmen ist das Talent-Management nur auf Führungspositionen ausgerichtet und fördert ausschliesslich den vertikalen Aufstieg. 

«Talente sollen sich jahrelang auf Positionen hin entwickeln, die es bald so schon nicht mehr geben wird. Oder es sind die Talente selber, die das Unternehmen verlassen, bevor sie die Position übernehmen können. Unternehmen brauchen andere Entwicklungskonzepte und Karrierelandschaften», sagt Kienbaum-Berater Eberhard Hübbe, der die Studie geleitet hat.

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Nur jedes zweite Unternehmen hat eine Strategie für sein Talent-Management

Talent-Management bedeutet, dass ein Unternehmen festlegt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten besonders wichtig für den Unternehmenserfolg sind, die Talente identifiziert, die diese Kompetenzen haben und diese systematisch entwickelt, fördert und versucht langfristig zu halten. Für diesen Prozess haben allerdings nur 55 % der von Kienbaum befragten Unternehmen eine Strategie und haben somit definiert, wer für sie besonders erfolgsrelevant ist und gefördert werden sollte.

Unternehmen müssen sich darüber klar werden, welche Talente sie zukünftig benötigen

Die Kienbaum-Studie zeigt: Zwei Drittel der Personalabteilungen arbeiten immer noch mit einem sehr homogenen Talenteprofil für ihre sogenannten High-Potentials, um damit die Besetzung von vordefinierten Schlüssel- und Führungspositionen langfristig zu sichern. Nur ein Drittel gibt an, dass in ihrem Unternehmen grundsätzlich jeder als Talent gilt und gefördert wird. «Das bedeutet dann nicht, dass jeder auch gleich stark gefördert wird. Vielmehr müssen Unternehmen für sich selbst definieren, welche Talente für sie in Zukunft relevant sind», sagt Eberhard Hübbe. Aus der Kienbaum-Studie geht allerdings auch hervor, dass Unternehmen mit einer weiter gefassten Definition des Talentbegriffs innovativer sind als die mit elitärer Talentdefinition. «Um innovativer zu werden, müssen Organisationen über eine integrativere Talentdefinition nachdenken und bestehende Systeme in Frage stellen», sagt Hübbe.

Innovative Unternehmen überlassen den Talenten die Verantwortung für ihre Entwicklung

Die Personalverantwortlichen unterschätzen in Sachen Weiterentwicklung die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Talente: 83 % der Mitarbeiter sehen sich als hauptverantwortlich für ihre eigenes Fortkommen im Unternehmen, während lediglich 42 % der befragten Personaler angeben, dass die Mitarbeiter selbst ihre Entwicklung in der Organisation steuern können. «Fähige Mitarbeiter sind heute die besten Experten für ihre eigene Karriere. Ihre Führungskräfte sollten durch individuelles Coaching und dauerhaften Dialog beraten, aber keine strikten Pläne vorgeben», sagt Eberhard Hübbe.

 

 «Trust in Talent», Talent-Management-Studie 2018
Warum mitarbeiterorientierte Unternehmen erfolgreicher sind.

 

Weitere Informationen:

Bildungsangebot 2019 – Übersicht Kurse und Veranstaltungen (PDF-Download)
Veranstaltungen 2019 – Energie- und Informationstechnik Electrosuisse (PDF-Download)

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