Recycling von Elektrogeräten: Bestehendes System optimieren

Am 29. September 2018 wurde die Motion «Dringender Handlungsbedarf beim System der Rücknahme und des Recyclings von Elektroaltgeräten» vom Parlament angenommen. Nun muss der Bundesrat zeitnah ein optimiertes System für die Rücknahme dieser Geräte erstellen und umsetzen.

Die Schweiz schreibt Erfolgsgeschichte, was das Sammeln und recyceln von Elektrogeräten angeht. Das Rücknahmesystem (basiert auf Freiwilligkeit) umfasst insgesamt über 1000 eingebundene Hersteller, Händler und Importeure und garantiert ein dichtes Netz. Jedoch gerät das Rücknahmesystem unter Druck. Einerseits untergräbt der Online-Handel aus dem Ausland das System, indem ausländische Händler nicht in der Schweiz erfasst sind und somit keinen Beitrag an die Entsorgung von Elektrogeräten leisten müssen. Immer häufiger schliessen sich Schweizer Händler diesem freiwilligen System auch nicht mehr an. Zu Beginn des Jahres 2017 hat der Bundesrat als Antwort auf ein eingereichtes Postulat darauf hingewiesen, dass das freiwillige Rücknahmesysteme «zunehmend unter grösserem finanziellen Druck stehen». Somit ist der Handlungsbedarf unumstritten. Mit einer Revision der Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung elektrischer Geräte, hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) diese in die Vernehmlassung geschickt. Das erklärte Ziel dieser Revision war, das freiwillige Rücknahmesystem zu stärken. Gleichzeitig ging es auch darum, Nachahmer ganzheitlich an Bord zu holen und die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Zudem sollten auch ausländische Online-Händler keine Chance mehr haben können, das System zu umgehen. 

Im Prinzip ja, sonst nein

Hierzu ist das Modell «Obligatorium mit Befreiungsmöglichkeit» geschaffen worden: Wer Geräte gemäss Liste der VREG in die Schweiz einführt oder hier herstellt und verkauft, muss eine vorgezogene Entsorgungsgebühr an eine vom Bafu beauftragte private Organisation bezahlen. Einzig von diesem Zwang befreit ist, wer sich einem freiwilligen Rücknahmesystem anschliesst. Die Ergebnisse dazu hat das Bafu jedoch nie veröffentlicht. Im Herbst des Jahres 2015 wurde kommuniziert, dass das Bafu auf das «Obligatorium» in Zukunft verzichte, obwohl Händler und Recycler das System befürworteten. Mit Einreichung der Motion «Dringender Handlungsbedarf beim System der Rücknahme und des Recyclings von Elektroaltgeräten» wird verlangt, dass alle Marktpartner verpflichtet werden, einen vorgezogenen Recycling-Betrag auf den Verkaufspreis zu schlagen. Mit der Abgabe wird das Recycling von Elektroaltgeräten und Leuchten finanziert. Die Umweltkommission des Ständerats (UREK-S) hat die Motion einstimmig angenommen. Nun muss der Bundesrat ein optimiertes System für die Rücknahme und das Recycling von Elektroaltgeräten erstellen und so zeitnah wie möglich umsetzen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei darauf gelegt, den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten und sicherzustellen, dass Online-Händler und Importeure das System in der Schweiz nicht mehr umgehen können. 

 

Motion 17.3636: «Dringender Handlungsbedarf beim System der Rücknahme und des Recyclings von Elektroaltgeräten» (Web)

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«Entspannt dank Effizienz», der bewusste Umgang mit Elektrizität (Infobroschüre, Web)

Recycling Karte (Web)

bafu Abfallwegweiser elektrische und elektronische Geräte

 

Foto: Pixabay

 

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