Schweizer Lichtmarkt 2017: LED gewinnt weiter an Terrain

2017 stieg der Marktanteil der LED-Leuchtmittel in der Schweiz weiter an. Er erreichte 28,3 %, was einer Zunahme um knapp 5 % gegenüber 2016 entspricht. Leader im Leuchtmittelprogramm sind nach wie vor die weniger effizienten Halogenlampen. Der  Umsatz im vergangenen Jahr ist allerdings um fast 13 % zurückgegangen. Ihr Marktanteil belief sich 2017 noch auf 37,8 %. Diese Zahlen gehen aus einer Analyse des Lichtmarkts Schweiz 2017 hervor, die im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführt wurde.


An der Studie «Licht für die Schweiz» nahmen 141 Unternehmen (58 Hersteller, 66 Grosshändler, 17 Detailhändler) teil. Sie repräsentieren mehr als 90 % des Schweizer Lichtmarkts. Ihr Umsatz betrug 2017 insgesamt rund CHF 800 Mio. (68 Mio. Franken für Leuchtmittel und 732 Mio. Franken für Leuchten). In Stückzahlen betrug der Absatz gesamthaft 32,6 Mio. Einheiten (24,3 Mio. Leuchtmittel und 8,3 Mio. Leuchten).

LED holen auf

2017 war von massiven Marktanteilsverlusten der Halogen-Glühbirnen (-12,7 %) und erneuten Terraingewinnen der LED-Leuchten (+4,7 %) gekennzeichnet. Ein Treiber dieser Entwicklung war die verschärfte Effizienzanforderung der Energieeffizienzverordnung (EnEV). Der Technologiewandel vollzieht sich in der Leuchtmittelbranche rasch und eröffnet damit beträchtliche Möglichkeiten für Energieeinsparungen.

Leuchtmittel
2017 wurden in der Schweiz 24,4 Mio. (Stück) Leuchtmittel verkauft. Das sind 19 % weniger als 2016 (30,1 Mio. Stück). Diese Abnahme der Verkaufszahlen erfolgte parallel zur Markteinführung von LED-Leuchtmitteln. Seit 2014 ist die Zahl der verkauften Leuchtmittel um rund 35 % gesunken. Bei Innen- und Aussenleuchten nehmen die Verkäufe hingegen leicht zu.

Innenleuchten
2015 war der Markt für Innenbeleuchtung gleichmässig in LED und Non-LED aufgeteilt. Seither wächst der LED-Anteil stetig. 2017 erreichte er bereits 72 %.

Aussenleuchten
Bei den Aussenleuchten war das Wachstum weniger stark. Der Verkauf von LED-Leuchten stieg zwischen 2016 und 2017 nur um 3,5 %. Allerdings war ihr Anteil bei der ersten Marktanalyse 2015 bereits grösser als jener der Innenbeleuchtung. Bei Innen- oder Aussenleuchten werden ohne Leuchtmittel verkaufte Lampen systematisch in der Kategorie Non-LED berücksichtigt. Dies kann dazu führen, dass der LED-Anteil leicht unter dem tatsächlichen Anteil liegt.

Langlebige Produkte für die Strassenbeleuchtung wurden durch LED-Leuchten ersetzt. Gleichzeitig ist der Trend zur Inszenierung des Aussenraums besonders bei privaten Anwendern ungebrochen. Parallel zur Einführung der LED ist ein steter Rückgang der Leuchtmittelverkaufszahlen zu beobachten.

LED für alles

Die Leuchtenindustrie ist mittlerweile in der Lage, für sämtliche Anwendungen LED-Produkte anzubieten, die allen anderen Technologien überlegen sind. Bei Neubauten werden fast ausschliesslich LED-Leuchten installiert. Auch ältere Anlagen werden nach und nach saniert. Der LED-Anteil aller Leuchten wird sich noch weiter erhöhen, jedoch nicht bei allen Typen 100 % erreichen. Voraussichtlich werden noch für längere Zeit Leuchten mit herkömmlichen Sockelsystemen angeboten. Diese gelten nach der Definition dieser Studie nicht als LED-Leuchten. Die Ausstattung mit Retrofit-Leuchtmitteln wird jedoch bei diesen zum Standard werden.

Der Technologiewandel in der Beleuchtung ist innert kurzer Zeit vollzogen worden. Die Auswirkungen auf den beleuchtungsrelevanten Stromverbrauch sind substantiell. Die Zahlen der nächsten Jahre werden zeigen, ob das Optimierungspotential durch den Einsatz von effizienten Leuchten bereits ausgeschöpft ist und die Effizienz nur noch durch vermehrten Sensorikeinsatz verbessert werden kann.

Studie «Licht für die Schweiz»

Foto: Guillaume de Germain on Unsplash

 

LED-Forum 2019 – Connected Lighting  #lichtspricht
31. Januar 2019, Basel

«LED's go!» – Tipps und Hinweise zu LED-Beleuchtungen

 

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