Arbeitslosenzahlen in der Elektrobranche 50% gestiegen

Das Seco hat am 8. Januar 2021 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2020 publiziert. Die Arbeitsmarktentwicklung war 2020 durch die Covid-19 Krise geprägt. Dank massivem Einsatz von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) konnten die negativen Auswirkungen der Krise abgedämpft werden. Dennoch stiegen die Arbeitslosenzahlen über alle Branchen hinweg. Die Elektrobranche zeigte sich stärker betroffen als der Schweizer Durchschnitt.

Die Zahl der registrierten Stellensuchenden und Arbeitslosen stieg ab Mitte März 2020, ausgehend von einem tiefen Ausgangsniveau, steil an. Gemäss den Erhebungen des Seco resultierte im Jahresdurchschnitt 2020 in der Schweiz eine Arbeitslosenquote von 3,1%. Ab Juni nahm die Zahl der Stellensuchenden dann nur noch leicht zu und bei den Arbeitslosen waren zeitweise leichte Rückgänge zu verzeichnen. Schweizweit lag die Arbeitslosenzahl mit 163’545 Ende Dezember 2020 um 46’268 bzw. um 39,5% höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Stellensuchenden lag mit 260’318 um 67’363 bzw. um 34,9% über dem Wert von Dezember 2019. Ein ähnlich hoher Wert war zuletzt im Februar 1997 mit 251'377 Stellensuchenden gemessen worden.

Elektrobranche überdurchschnittlich betroffen

In der Elektrobranche hat sich die Arbeitslosenquote überdurchschnittlich stark erhöht: Im Dezember 2020 lag die Zahl der Stellensuchenden bei 5028 Personen, eine Steigerung um 1715 Personen oder 51.8% im Vergleich zu Dezember 2019. Die Arbeitslosenquote liegt damit aktuell in der Branche bei 4.7%.

Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Arbeitslosen in der Elektrobranche bei 4405 Personen, im Vergleich zum Jahr 2019 eine Steigerung von 1510 oder 52.1%.

Historischer Einsatz von Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen im von Covid-19 geprägten Jahr 2020 hat in der Schweiz verglichen mit dem massiven Rückgang der Wertschöpfung im ersten Halbjahr 2020 relativ wenig zugenommen. Dies geht vor allem auf den massiven Einsatz von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) zurück.

Ausgehend von einem sehr tiefen Niveau im Februar (5045), schnellte die Zahl der Arbeitnehmenden mit KAE im März auf 1,0 Millionen und im April auf einen historischen Höchstwert von rund 1,3 Millionen hoch. In den Monaten Mai bis September ging diese Zahl im Zuge der Lockerung der gesundheitspolitischen Massnahmen dann wieder deutlich zurück; im Oktober wurde bislang für 219’388 Arbeitnehmende KAE abgerechnet. In den Wintermonaten dürfte dieser Wert v.a. auf Grund der zweiten Welle der Covid-19 Pandemie und damit verbundenen Massnahmen nochmals deutlich ansteigen. Im Monat November waren 645’493 Arbeitnehmende zum Bezug von KAE vorangemeldet.

 

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