BFE-Umfrage: Die Verbraucher sollen im Strommarkt mitentscheiden können

Aus der Umfrage des Bundesamts für Energie (BFE) während der Powertage 2018 lässt sich ein klares Bild erkennen: Die Hälfte der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Verbraucher im Strommarkt eine wichtigere Rolle übernehmen, mitbestimmen und Wahlfreiheit haben sollen.

Im Juni haben 292 oder rund 13 % der Besucher der PowerTAGE 2018 an der Umfrage des BFE teilgenommen. Das BFE wollte wissen, wer im Strommarkt Schweiz stärker mitmischen sollte und wie die Integration der erneuerbaren Energien ins bestehende Stromsystem vorangetrieben werden kann. Es waren jeweils Mehrfachnennungen möglich und es wurden auch die Begründungen abgefragt.

Nun sind die Verbrauer am Drücker

Die grosse Mehrheit der Befragten (145 Personen oder 49,7 %) sprach sich dafür aus, dass nun die Verbraucher das Sagen haben sollen. Die Forderung nach der vollen Strommarktöffnung wurde damit begründet, dass die Verbraucher letztlich bezahlen und somit auch mitbestimmen müssten. Auch die  Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, welche Stromprodukte sie von wem beziehen, wurde gefordert. Man wolle auch dazu beitragen, dass sich die Verbraucher stärker mit den Herausforderungen der Stromproduktion auseinandersetzen, Strom nicht länger als Selbstverständlichkeit ansehen, bewusster Strom konsumieren und deshalb eher dazu bereit seien, für nachhaltig oder regional produzierten Strom etwas mehr zu bezahlen. Die Verbraucher sollen mehr Verantwortung übernehmen, indem sie Strom selbst produzieren oder sich zu Eigenverbrauchsgemeinschaften zusammen schliessen. Ferner würde die dezentrale Produktion vermehrt Wettbewerb im Strommarkt schaffen, Innovationen und insbesondere auch die Eigenverantwortung und die lokale Verbundenheit fördern.

Das Umfrageergebnis zeigt jedoch auch, dass der Bund, die Kantone und neue Investoren ebenso in der Verantwortung stehen: Bund: 93 Personen oder 32 %, Kantone: 41 Personen oder 14 %, neue Investoren: 39 Personen oder 13,4 %. Der Bund solle die Marktöffnung gerecht vorantreiben, Anreize für Investitionen und Innovationen schaffen sowie die Umsetzung der Energiestrategie in der Praxis stärker führen und koordinieren. Aber auch klare Regeln und Ziele wurden von den Kantonen und  vom Bund gefordert, wobei insbesondere die Kantone eine Vorbildrolle zu übernehmen hätten. Von den Strom- und anderen Technologieunternehmen erwarten die Befragten einen frischen Wind im Strommarkt, eine bessere Zusammenarbeit sowie die Umsetzung von Innovationen, um gemeinsam mit den Verbrauchern ein tragfähiges Stromsystem der Zukunft aufzubauen.

Wichtigster Treiber zur Integration der erneuerbaren Energien ins bestehende Stromsystem sind gemäss Umfrage die digitalen Technologien, die von 131 Personen oder 44.8 % genannt wurden. Aber auch Subventionen (79 Personen oder 27 %) oder Quoten (31 Personen oder 10.6 %) sind für rund einen Drittel der Befragten mögliche Instrumente. 39 Personen sehen andere Instrumente im Vordergrund:  die Forderung nach einer vollen Marktöffnung, einfachere und schnellere Verfahren, mehr Öffentlichkeitsarbeit, um die Akzeptanz für Wind- oder Wasserkraftanlagen oder für Netzprojekte zu erhöhen, die Unterstützung von Pilot- und Demonstrationsprojekten und griffige, europaweit geltende CO2-Massnahmen.

Quelle: BFE, Marianne Zünd, Leiterin Medien + Politik BFE, Blogartikel auf energeia plus

Weitere Informationen Powertage 2018

Veranstaltungshinweise

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