Die Macht von Daten

Daten alleine besitzen heute bei uns noch keine offensichtliche Macht, doch das wird sich bald ändern. Wohin die Reise führen kann, zeigt uns beispielsweise China mit vernetzten Konstrukten wie Alibaba schon heute auf.

Machine Learning (KI), Internet of Things, Internet of Anything, 5G, Big Data sind alles Begriffe, die die Welt auch bei uns verändern. Und genau hier liegt eine grosse Verantwortung mit wichtigen Entscheidungen, die wir bewusst fällen sollten:

Sind es die Daten, die die Menschheit verändern und dominieren oder verändern wir Menschen mit Daten die Welt zu unseren Gunsten?

Daten sind ein Abbild unserer realen Welt. Erst, wenn wir dieses Konstrukt richtig verstehen, können wir das Potenzial von Big Data, IoT und Co. gezielt nutzen und zu Gestaltern werden. Wer wen oder was gestaltet, wird essenziell, denn auf dem bereits eingeschlagenen digitalen Weg gibt es viele Chancen und genauso viele Risiken. Die jeweiligen Entscheidungen werden unsere Zukunft nachhaltig beeinflussen. Eine Kernfrage, die wir deshalb stets für künftige Entscheidungen im Hinterkopf behalten müssen, ist:

Wer dient wem – die Maschine dem Menschen oder umgekehrt?

Wir stehen noch am Anfang einer grossen Entwicklung. Nur: Dieser «Anfang» hat bereits begonnen – und er geht uns alle etwas an. Die Musikindustrie beispielsweise zeigt auf, wie schnell physische Datenträger zu Streaming-Dienstleistungen wurden. Künftig wird es immer mehr Produkte geben, die zu individualisierten Dienstleistungen mutieren. Solche Entwicklungen werden alle Branchen und Bereiche beeinflussen. Wir dürfen uns Gedanken machen, wo und wie wir damit konfrontiert werden, resp. schon sind, und wie wir diese Veränderungen aktiv (mit)gestalten.

Welche Bedürfnisse und Vorlieben wir Konsumenten haben, sind schon heute in zahlreichen Datensätzen auf unzähligen Rechnern gespeichert. Egal wo wir uns bewegen, wir werden getrackt. Künftig wird es nicht nur in der virtuellen Welt so sein. Mit den Mobiltelefonen ist es schon heute möglich, unsere Wege aufzuzeichnen. Auch hat das EU-Parlament kürzlich beschlossen, in Autos intelligente Assistenzsysteme zur Spurhaltung, Notbremsung oder Geschwindigkeitskontrolle bis Mai 2022 für neue und zwei Jahre später für bestehende Modelle verpflichtend einzuführen. Mit der Tempoüberwachung soll technisch verhindert werden, dass ein Fahrzeug, das von der eingebauten Kamera erkannte Tempolimit überschreitet. Gemäss der GDI-Studie «Das Ende des Konsums» wird der technologische Fortschritt die gesamte Wertschöpfungskette transformieren. Nach Aussagen der Studienautoren werden neue Treiber von Mixed Realities, Internet der Dinge über künstliche Intelligenz bis zur Neurotechnologie den Konsum umkonfigurieren.

Mit jeder Transaktion, sei dies ein E-Mail-Versand, eine Google-Suche, Facebook-Nutzung oder die Verwaltung unserer Stammdaten bei Dienstleistern, geben wir einen Teil unserer Persönlichkeit preis. Die Kontrolle über unsere eigenen Daten haben wir schon lange abgegeben. Man mag einwenden, dass es schon immer Veränderungen gab und weiterhin geben wird. Neu ist jedoch, dass diese nicht mehr linear verlaufen, sondern explosionsartig umgesetzt werden.

Technologie spielt eine Schlüsselrolle

Technologie alleine verändert die Zukunft noch lange nicht. Es ist die Frage, wie und wo man sie einsetzt. Wie so meistens wäre auch hier eine Mischung zwischen jungen Freaks als Treiber neuer Entwicklungen und erfahrenen Experten zur Umsetzung solcher Trends wünschenswert. …und ein Stück weit sind wir alle Experten – zumindest was unser Leben und unsere Vorlieben betrifft. Die Zukunft wird auch jetzt nicht (nur) von anderen gemacht, sondern wir haben mit unserer Einstellung und unserem Verhalten genauso grossen Einfluss darauf. Technologie bringt nur dann etwas, wenn man sie auch sinnvoll nutzt.

Gemeinsam statt einsam

Firmenverantwortliche werden ihr Unternehmen immer wieder neu erfinden müssen. Wer auch in Zukunft erfolgreich sein will, wird seine Strategie nicht mehr im kleinsten Kreis und stillen Kämmerlein aushecken. Vielmehr ist das Einbinden der verschiedenen Stakeholder essenziell, denn die Betrachtung wird komplexer. Die kritische Hinterfragung nach der Rolle in der neuartigen Wertschöpfungskette wird für Unternehmer zum Dauerthema. In der digitalen Transformation stellt sich unerbittlich die Frage nach dem Daseinszweck. Macht man das nicht selber, tut es jemand anders. So haben Sharing-Economy-Neulinge beispielsweise den Zwischenhandel mit digitalen Plattformen ersetzt. Auf diesem Prinzip beruhen AirBnB oder Uber. Wer selbstkritisch und innovativ agiert, kann das Tempo von Fortschritt und Entwicklungen mit beeinflussen und seine Wettbewerbsfähigkeit perfektionieren.

Mut zur Lücke

Wurden Projekte bis anhin durchgeplant und in Meilensteine aufgeteilt, lösen sich digital versierte Firmen vom Perfektionismus. Ideen werden schnell umgesetzt und Produkte schon in frühem Stadium auf den Markt gebracht. Die enge Begleitung des Produkts erlaubt schnelles, iteratives Lernen und rasche, interaktive Anpassungen ganz nach dem Motto: «Launch fast, fail fast, learn fast». Geschäftsbeziehungen wandeln sich zu «B2P» (Business to People) Modellen.

Back to the customer

Eine digitale Firmenkultur verlangt die Betrachtung des Unternehmens als Ganzes. Erfolgreiche Unternehmer zeichnen sich aus durch Kooperations-, Kritik- und Anpassungsfähigkeit. Grosses Potenzial liegt in der ausgewogenen Kollaboration zwischen Kunden, Mitarbeitenden und Verantwortungsträgern. Die neuen Kräfte heissen «Content, Commerce und Community». Transparenz, Vertrauen und der permanente Dialog zwischen Kunden, Mitarbeitenden und Investoren werden zu Grundvoraussetzungen, um eine erfolgreiche Customer Experience zu erschaffen.

Massive Wissensvermehrung

Die hohe Datenverfügbarkeit lässt auch zuverlässigere Vorhersagen zu. Sie zeigen Sachverhalte und Zusammenhänge deutlich auf. Mögliche Risiken können aufgrund von Erfahrungswerten, dank enormer Rechenleistung in Echtzeit dargestellt werden. Dies erlaubt eine frühzeitige Einschätzung von Sachverhalten.

Die Gefahr lauert nicht in diesem «Mehr an Wissen», sondern in einer ungleichen Verteilung. Grundsätzlich können künftig auch Personen Expertenwissen einholen oder sich beraten lassen, die sich das bis anhin nicht leisten konnten. Smarte Assistenten wie Siri oder Alexa leisten nützliche Unterstützung in der Organisation vieler kleiner Alltagsangelegenheiten.

Neben all diesen Herausforderungen, die wir hoffentlich intelligent für eine kreativ/konstruktive Zukunft meistern werden, gibt es natürlich auch Chancen. Es entstehen völlig neue Möglichkeiten, von denen wir heute noch kaum eine Ahnung haben. Besitz und Status werden an Bedeutung verlieren, denn die heranwachsenden Generationen lassen schon heute durchblicken, dass sich das Wertedenken weg von Prestige und Eigentum bewegt. Auch lässt sich erkennen, dass sie Themen wie die Natur und den Umweltschutz ernst nehmen. Ihnen ist bewusst, dass ohne eine intakte Natur die Errungenschaften der Technik nichts nützen. Und hier beeinflusst natürlich das eine das andere und schliesst sich natürlich auch nicht aus.

 

Das Ende des Konsums (GDI Studie)

Alles nur Spinnereien? (Blog)

Elektroauto, von Kunden mit-designed (Blog)

Künstliche Intelligenz im Kundenservice (Blog)

Mit Daten an die Macht (Blog)

Eine Datenpolicy für die Energiebranche (Artikel, bulletin.ch)

Daten fliessen lassen (Artikel, bulletin.ch)

Deutschland denkt KI (Artikel, VDI-Nachrichten)

Mama, ich will Roboter werden (Artikel, FFHS)

 


Buch-Tipp
Quantenwirtschaft – Was kommt nach der Digitalisierung?
von Anders Indset
 

 

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

 

Kommentare zum Beitrag

wakeup vor 2 Monaten

Da der Mensch von Natur aus machtgierig und faul ist, wird er die neuen Möglichkeiten wie alle anderen früheren Fotschritte so ausnutzen, dass er für sich selbst und nicht für die Gemeinschaft das beste erreichen kann. Schon jetzt werden wir von einem digitalen Diktator unserem Smartphone geführt, ohne wirklich zu wissen was das eigentlich für unsere Zuknuft bedeutet. Da man schon bald nicht mehr Mensch sein kann, schafft sich durch die digitale Transformation die Menschheit Stück für Stück ab. Ein machtgieriges und faules Wesen fühlt sich mit viel Macht und keinerlei Anstrenungen sehr wohl, deshalb wird es leider auch nichts gegen die kommende digitale Tranformation unternehmen.

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