Die Schweiz soll klimafreundlichstes Land Europas werden

Die Schweizer Bevölkerung will die Schweiz zum klimafreundlichsten Land Europas machen. 61 % der Bevölkerung sind der Meinung, dass bis in 20 Jahren Alternativen zu fossilen Energien gefunden werden sollten. Das zeigt die diesjährige Ausgabe der Univox-Umwelt-Befragung von gfs-zürich.

Das Umweltbewusstsein bleibt generell hoch. Mit der Univox-Umwelt-Langzeitbefragung untersucht gfs-zürich regelmässig die Umwelteinstellung der Schweizer Bevölkerung. Neben wiederkehrenden Fragen werden jeweils einzelne Themen vertieft. Dieses Jahr war das Thema Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz und swisscleantech ein Schwerpunkt. So wurde gefragt, bis wann die Schweiz komplett aus Erdöl und Erdgas aussteigen müsse, wenn es sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommens orientiert. Die Mehrheit (61 %) der Befragten schätzen die verbleibende Zeit für einen klimaverträglichen Ausstieg auf maximal 20 Jahre. Diese Einschätzung stimmt gut mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen überein.

Klimaabkommen als Mass der Dinge

Die Bevölkerung will das Pariser Abkommen auch zum Massstab für die Schwerzer Klimapolitik nehmen: 47 % der Befragten finden, die Schweiz sollte sich zum Ziel setzen, innert 20 Jahren aus den fossilen Energien auszusteigen. Lediglich 21 % der Befragten geht das zu schnell. Positiv beurteilen die Umfrageteilnehmer im Schnittt auch die Forderung, die Schweiz solle zum klimafreundlichsten Land Europas werden.

Auch konkrete Klimaschutz-Massnahmen haben grosse Zustimmung: So etwa verbindliche Vorschriften für den Ersatz von Ölheizungen (49 % vs. 18 %), höhere C02-Abgaben, falls die Emissionen zu langsam sinken (41 % vs. 33 %) oder eine weitere Förderung von energetischen Gebäudesanierungen (53 % vs. 16 %). 83 % finden, die Schweiz sollte beim Klimaschutz Emissionen ausschliesslich oder vor allem im Inland reduzieren. Bei Frauen, Deutschschweizern und gut Ausgebildeten ist die Unterstützung für Klimaschutz besonders hoch.

Technik- und industrieskeptische Einstellung

Der diesjährige Index zur technik- und industrieskeptischen Einstellung besagt, dass zwei Drittel (66 %) der Schweizer Bevölkerung der Technik und Industrie in Bezug auf die Lösung von Umweltproblemen skeptisch gegenübersteht. Einen signifikanten Anstieg gab es zuletzt im Jahr 2011 nach der Katastrophe von Fukushima. Seither pendelt sich der Wert auf einem konstanten Niveau um die 66 % ein, der jedoch in der Tendenz seit 2015 (61 %) etwas gestiegen ist.  Ein Jahresvergleich zum erwarteten Erfolg bzw. Misserfolg der Energiewende zeigt, dass die Zuversicht im 2018 stark gesunken ist.

ln jeder Univox-Umwelt-Umfrage wird nach dem eigenen Umweltbewusstsein gefragt: 57 % sehen sich als überdurchschnittlich umweltbewusst, was gegenüber der letzten Befragung ein ganz leichter Anstieg ist. Aber nur 44 % antworten, sie würden sich auch überdurchschnittlich umweltbewusst verhalten. Hier ist der Wert leicht gesunken. Fast 8 von 10 Personen finden, wir würden «die Natur in gefährlicher Weise missbrauchen». Insgesamt liegen die Resultate bei den  wiederkehrenden Fragen in der Nähe des langjährigen Mittels.

 

Hintergrundinformationen zur Befragung

Der vorliegende Bericht UNIVOX Umwelt 2018 analysiert die Wahrnehmung der Umweltproblematik aus der Sicht der Schweizer Bevölkerung. Folgende Standardfragen, die der Langzeitbeobachtung dienen, werden in der diesjährigen UNIVOX Befragung gestellt:  

  • Wie schätzt die Schweizer Bevölkerung sich selbst zum Thema Umweltbewusstsein, Umweltverhalten und Umweltverständnis ein?
  • Wie sehr glaubt die Schweizer Bevölkerung daran, dass die Technik und die Industrie die Lösung zu den existierenden Umweltproblemen darstellt?  

 
Neben diesen Standardfragen gibt es in der UNIVOX Befragung 2018 auch die Themenschwerpunkte Klimawandel, Tierschutz, Subventionen in der Landwirtschaft und die Deklarationspflicht bei Holzprodukten mit folgenden Fragestellungen:  
 
Klimawandel

  • Wie steht die Schweizer Bevölkerung zum Thema Klimawandel? Wie dringend wird eine Einschränkung des CO2-Ausstosses eingeschätzt, um die Klimaerwärmung einzudämmen?
  • In Anlehnung an das Pariser Klimaabkommen; in wie vielen Jahren muss die Schweiz aus den fossilen Energien ausgestiegen sein?
  • Sollte es nicht gelingen, den CO2-Ausstoss auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren, wie steht die Schweizer Bevölkerung zu einer Erhöhung der CO2-Abgabe?
  • Soll die Schweiz den Fokus auf die CO2-Reduktion im Inland legen oder eher auf Auslandskompensation?
  • Wie ist die Einstellung der Schweizer Bevölkerung zum Thema Klimawandel generell? Was bedeutet der Klimawandel für die Schweizer Bevölkerung?
  • Glaubt die Schweizer Bevölkerung daran, dass die Energiewende gelingen kann? 

 

EnergienDerZukunft_600x210

«Energien der Zukunft»
Umbau der Energie-Erzeugung bis 2030 – Auf dem Weg zwischen Strategie und Realität
am 14. Mai 2019 im EKZ in Dietikon
www.electrosuisse.ch/energiezukunft

 

Univox Umwelt 2018 (Marktstudie)

WWF Footprint-Rechner (Webseite)

BAFU, Anpassung an den Klimawandel: Energie (Webseite)

Rückerstattung CO2-Abgaben (Electrosuisse)

Energietechnik - alles aus einer Hand (Electrosuisse)

e'mobile, Energieeffiziente Fahrzeuge - Markttrends und Maktübersicht 2018 (BFE und Electrosuisse Info.Broschüren)

«Energie – sonnenklar», Photovoltaik: Technik und Infrastruktur (Electrosuisse Info-Broschüre)

2017: Weniger CO2-Emissionen dank biogenen Treibstoffen (Blog)

Jährliche CO2-Emissionen der Stadt Zürich zweimal eingespart (Blog)

 

Foto: pixabay

 

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