Energiestrategie 2050 – Monitoring-Bericht 2019

Die neue Energiegesetzgebung trat Anfang 2018 in Kraft. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat nun den «Energiestrategie 2050 Monitoring-Bericht 2019» veröffentlicht.

Im vergangenen September hat der Bundesrat die vollständige Öffnung des Strommarkts bekräftigt. Diese soll dazu führen, dass sich sowohl innovative Produkte und Dienstleistungen als auch die Digitalisierung des Energiebereichs rascher durchsetzen können. Die Revision des Energiegesetzes soll gemäss des Bundesrats Investitionsanreize in die einheimischen erneuerbaren Energien verbessern. Rund drei Viertel der Schweizer CO2-Emissionen werden durch die Nutzung fossiler Energieträger verursacht. Deshalb ist die Energiestrategie eng mit der Klimapolitik verknüpft.

Im Klimaübereinkommen von Paris haben wir uns in der Schweiz verpflichtet, bis 2030 unsere Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Ausserdem hat der Bundesrat auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse des Weltklimarates (IPCC) im August 2019 entschieden, dass in der Schweiz bis 2050 nicht mehr Treibhausgase ausgestossen werden sollen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können (Netto-Null Emissionen).

Langfristig denken und handeln

Die Energiestrategie 2050 ist ein langfristiges Unterfangen. Das vom Bundesamt für Energie (BFE) in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen betriebene Monitoring verfolgt wesentliche Entwicklungen und Fortschritte, misst den Zielerreichungsgrad und untersucht entsprechende volkswirtschaftlichen Kosten und Nutzen der Massnahmen. Dies erlaubt, frühzeitig und faktenbasiert in unerwünschte Entwicklungen einzugreifen. 

Der Monitoring-Bericht für das Jahr 2019 (Kurzfassung, Daten mehrheitlich bis 2018) enthält ausgewählte Indikatoren und deskriptive Teile aus folgenden Themenfeldern, die aus der Energiestrategie 2050, dem Energiegesetz und weiteren Vorlagen des Bundes (u.a. Strategie Stromnetze, Klimapolitik, Aktionsplan koordinierte Energieforschung) abgeleitet sind: 

  • Energieverbrauch und -Produktion
  • Netzentwicklung
  • Versorgungssicherheit
  • Ausgaben und Preise
  • CO2-Emissionen
  • Forschung + Technologie
  • Internationales Umfeld

 

Einige (willkürlich ausgewählte) Fakten:

Der Endenergieverbrauch pro Kopf hat seit 2000 abgenommen. Der absolute Energieverbrauch 2018 lag um 1,9 % tiefer als im Jahr 2000, während die Bevölkerungszahl in diesem Zeitraum um 18,5 % zugenommen hat. 

Seit 2006 ist der Trend bezüglich Stromverbrauch rückläufig. Dieser hat zwischen 2006 und 2018 um 0,1 % abgenommen, während die Bevölkerung um im gleichen Zeitraum um 13,8 % gestiegen ist.  

Erdölprodukte (Brenn- und Treibstoffe, inkl. Flugtriebstoffe internationaler Flugverkehr) machten 2018 rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Strom macht etwa ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs aus, Gas rund 14 %. 

Wichtigste inländische Energiequelle bleibt die Wasserkraft, während die anderen erneuerbaren Energien ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. 

Die Entwicklung der Endverbraucherausgaben für Energie in der Schweiz ist von rund 23,8 Mrd. im Jahr 2001 auf knapp 28,9 Mrd. Franken im Jahr 2018 angestiegen. Gut die Hälfte davon sind Ausgaben für Erdölprodukte, ein Drittel betrifft Strom, knapp 10 % wird für Gas und der Rest für feste Brennstoffe sowie für Fernwärme ausgegeben. Zwischen 2001 und 2018 entspricht dies einer Zunahme von durchschnittlich 1,1 % pro Jahr. 

Die gesamten energiebedingten CO2-Emissionen betrugen 2017 knapp 36 Mio. Tonnen und lagen damit 13 % tiefer als im Jahr 2000. Der grösste Anteil entfällt auf den Verkehr (Anteil 2017: 41 %; ohne internationalen Flugverkehr), wo die Emissionen zu einem grossen Teil durch den motorisierten Strassenverkehr verursacht werden. Zwischen 2000 und 2017 sind die CO2-Emissionen im Verkehrssektor um rund 0,9 Mio. Tonnen gesunken. 

2017 stiegen die Aufwendungen der öffentlichen Hand gegenüber dem Vorjahr insgesamt auf knapp 410 Mio. Franken (2016: knapp 399 Mio. Franken). Den Schwerpunkten der Energiestrategie 2050 entsprechend fliesst der grösste Teil in die Forschungsgebiete Effiziente Energienutzung (Anteil 2017: 43,3 %) und Erneuerbare Energien (Anteil 2017: 34,7 %). Die absoluten Ausgaben für das Forschungsgebiet Kernenergie (Kernspaltung/Fission und Kernfusion) sind seit 2004 stabil geblieben, ihr Anteil an den Gesamtausgaben ist jedoch gesunken und betrug 2017 noch 12,5 %. 

Veranstaltungshinweise

Kurzfassung Monitoring-Bericht (BFE, PDF)

Ausführliche Fassung Monitoring-Bericht (BFE, Web)

Energiestrategie 2050 (BFE, Web)

Energie sinnvoll nutzen (Electrosuisse, Web)

FaktorEnergie («Blackbox öffnen», Electrosuisse, Web), Rückblick (Video)

Digitalisierung in der Gebäudetechnik (Blog)

Auf in die Energiezukunft (Blog)

Mobilität in Bewegung, Wie fährt die Schweiz in die Zukunft? (Artikel, bulletin.ch)

 

Quelle: BFE
Foto: BFE

 

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