Wer auf billig setzt, bezahlt am Ende mehr

Förderprogramm Gewerbekälte: Ohne Kühlgeräte geht im Gewerbe in der Gastronomie, in Bäckereien, Kiosken oder Supermärkten gar nichts. Viele Geräte verursachen im Laufe ihrer Lebensdauer hohe Stromkosten. Darum lohnt sich die gute Investition in effiziente Geräte.

Manche Kühlgeräte steigen im dümmsten Moment aus. Genau das widerfuhr Marco Seiler von der Quartierbeiz 13 in Thun. Mitten im Hitzesommer 2018 quittierte der Lager-Kühlschrank den Dienst. Rasch musste ein Ersatz her. Dank langjähriger Erfahrung im Gastrobereich kannte Seiler den Gerätemarkt gut:

«Viele Modelle mögen auf den ersten Blick günstig sein, aber auf Dauer sind sie immer teurer».

Die Kältefirma F. Zaugg AG empfahl ihm ein effizientes, dafür etwas teureres Lagergerät der Topten-Liste www.topten.ch/business. Seiler entschied sich gleich für zwei eintürige Geräte. Damit spart er in den nächsten acht Jahren über 2000 Franken Stromkosten, verglichen zu einem herkömmlichen Lager-Kühlschrank. Der Kauf wurde durch das Förderprogramm Gewerbegeräte von ProKilowatt zusätzlich finanziell mit 320 Franken unterstützt. Seiler ist zufrieden. «Ich spare nicht nur Geld, sondern tue etwas für die Umwelt, denn das neue Gerät arbeitet mit einem umweltfreundlichen Kältemittel.»

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Eine von Topten empfohlene Glacé-Gefriertruhe mit Glasdeckel kostet zwar etwas mehr, spart über ihre Lebensdauer (8 Jahre) aber das Achtfache der Stromkosten eines herkömmlichen Modells ohne Deckel.

Dynamischer Gerätemarkt

Geht man von einer Lebensdauer von acht Jahren aus, verursacht ein herkömmliches Verkaufs-Kühlgerät für Glacés in dieser Zeit rasch einmal Stromkosten von 7400 Franken. Wählt man ein effizientes Modell mit Glasdeckel, wie sie auf dem Internetportal Topten zu finden sind, verringern sich die Kosten auf 940 Franken (siehe Box). Aber das ist nicht alles: Kostet die stromfressende Offentruhe 3600 Franken bei der Anschaffung (Listenpreis), liegt der Preis beim Topten-Gerät gerade mal bei 1300 Franken. Allerdings sind die alten Geräte ohne Deckel klar Auslaufmodelle. «Die Auswahl guter Modelle mit Deckel ist heute sehr gross; der Markt entwickelt sich rasch; ein Vergleich lohnt sich unbedingt», sagt Maike Hepp von Topten. «Wer auf billig setzt, zahlt am Ende mehr.» Die Topten-Liste führt Topmodelle von 30 europäischen Geräteherstellern auf, für die es Fördergeld gibt.
 

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Das Förderprogramm von Pro Kilowatt fördert effiziente gewerbliche Kühlgeräte mit bis zu 25 Prozent des Kaufpreises.

Offene Kühlmöbel sind out

Punkto Stromersparnis ist der Handlungsbedarf gross. Besonders krass fällt die Bilanz bei offen Verkaufs-Kühlmöbeln (sog. «Impuls»-Regale, Getränkekühler und offene Tiefkühl-Inseln) aus: Hier liegt der Verbrauch gut acht Mal höher als bei Geräten mit Türe oder Deckel. ««Impuls»-Kühlmöbel wollen beim Kunden die Hemmschwelle senken, hineinzulangen und ein Produkt zu behändigen» erzählt Maike Hepp. Neuere Studien würden jedoch belegen, dass Kühlgeräten mit Türen die Kauflust keineswegs negativ beeinflussen. «Zwar brauchen Kunden wegen der Türe eine Sekunde länger, um das Produkt herauszuklauben, dafür entfällt der «Kalte-Füsse-Effekt» des offenen Kühlschranks.» Resultat: ein Kunde verweilt länger vor dem modernen Kühlmöbel, weil sie nicht frieren. Ideal sind stromsparende Modelle mit isolierter Türe und automatischer Schliessung.

Natürliche Kältemittel

Moderne, effiziente Geräte von der Topten-Liste arbeiten mit natürlichen Kältemitteln (zum Beispiel R600a, R290). Sie enthalten weder Chlor noch Fluor und haben nur ein sehr geringes Treibhauspotenzial. Schädliche Fluor-Kohlenwasserstoffe (wie R134a, R404A) sind heute noch immer verbreitet und tragen zum Treibhauseffekt und damit zur Klimaveränderung bei. Viele der herkömmlichen Kältemittel werden in der EU ab 2020 und 2022 schrittweise verboten.
 

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Neu ab Juli 2019: Energieetikette A+++ für gewerbliche Kühllagergeräte
Die Energieetikette für gewerbliche Kühllagerschränke ist in der Schweiz obligatorisch. Zurzeit ist die Effizienzklasse «A» die Beste. Ab 1. Juli 2019 wird das Energieetikett für gewerbliche Kühllagergeräte um die Effizienzklasse A+, A++ und A+++ erweitert. Das Energieetikett gibt Aufschluss über den Energieverbrauch pro Jahr, die Nutzinhalte von Kühl- und Gefrierteil sowie die Klimaklasse. Ineffiziente Geräte im roten Bereich (Klassen G und ab Juli 2019 Klasse F) dürfen nicht mehr importiert und verkauft werden. www.energieetikette.ch

 

Bundesamt für Umwelt BAFU: Kältemittel

Nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz (Blog)

Energie Schweiz (Publikationen)

 

Text: Stefan Hartmann, Topten
Fotos: Topten, Titelbild von Kevin Phillips auf Pixabay

 

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