Stromleitungen – die Lebensadern unserer Gesellschaft

Seit Jahrzehnten gehören Sie zum Landschaftsbild und sind kaum wegdenkbar: Freileitungen. Neben der eigentlichen Aufgabe der Stromübertragung verbinden damit jedoch viele das Knistern (Corona Effekt) und elektrische Magnetfelder.

Modernisierung des Stromnetzes

Steigender Stromverbrauch, In- und Export von Strom, die Abkehr von der Kernkraft sowie die zunehmend dezentrale Stromproduktion sind die Herausforderungen die wir für das heutige Stromnetz zu bewältigen haben. Für die bereits bestehenden Engpässe im Schweizer Übertragungs- und Verteilnetz wurden neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Netzentwicklung geschaffen.

Die Strategie Stromnetze soll die bedarfsgerechte Entwicklung und Flexibilisierung des Stromnetzes ermöglichen. Verfahrenserleichterungen sollen durch den Verzicht auf Einholung der Stellungnahmen von Bundesbehörden bei Anlagen mit einer Nennspannung bis 36 kV erleichtern. Der Bau von zusätzlichen Hochspannungs-Freileitungen ist aufgrund des erforderlichen Planungsvorlaufs aus jetziger Sicht bereits zeitkritisch. Hier kann der Einsatz neuer Technologien in Form von hybriden Freileitungen der Lösungsansatz sein.

Eine vielversprechende Alternative

Bei hybriden Freileitungen werden bestehende 380-kV-Freileitungen so umgerüstet, dass sowohl Wechsel- als auch Gleichstromsysteme am gleichen Mast betrieben werden können. Vorteile sind die erhöhte Übertragungskapazität ohne zusätzlichem Leitungsbau sowie die grössere und verlustärmere Übertragungsweite des DC-Systems.

Sind neue Energiekonzepte politisch umsetzbar?

Die Bevölkerung steht dem Ausbau von Hochspannungsleitungen eher kritisch gegenüber. Im Rahmen des Projekts befragte das Institut für Politikwissenschaften der Universität Bern 1'300 Personen. Generell hängt die Akzeptanz dieser neuen Technologie sowohl von positiven als auch von negativen Umweltauswirkungen ab.

Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch hier einige Herausforderungen. Aufgrund von Interferenzen der Gleich- und Wechselspannungssysteme können bei bestimmten Wetterbedingungen, Verschmutzung der Leiterseile oder unterschiedlichen Distanzen Geräusche durch Corona-Entladungen entstehen. Auch ist die vorteilhafte Anordnung der Leiter wichtig, um Magnetfelder auf ein Minimum zu reduzieren. Daher testet ein Team der ETH im Rahmen des NFP70 die verschiedenen Bedingungen mit Schlüsselakteuren unter Beachtung aller wichtigen technischen, gesetzgeberischen und ökonomischen Aspekte, um den Bau hybrider Freileitungen in der Schweiz zu ermöglichen.

An der bevorstehenden Fachtagung für Leitungsbau am 7.  November im EKZ Dietikon wird Prof. Dr. Christian Franck über seine Forschung an hybriden Freileitungen sprechen: «Hybride Freileitungen – technische Optimierung und gesellschaftliche Akzeptanz»

 

7. November im EKZ Dietikon
Leitungsbau - Life-Cycle, Umwelt & Akzeptanz
www.electrosuisse.ch/leitungsbau

leitungsbau-2018-ekz-dietikon-banner


Weitere Informationen
«Life-Cycle, Umwelt & Akzeptanz – Fachtagung Leitungsbau» Blogartikel
«Herausforderungen für den Netzbetrieb» bulletin Artikel
«Stromzukunft mit mehr oder weniger Solar» bulletin Artikel
«EMF Spannungsfelder»: Elektrische und magnetische Felder gibt es überall (Infobroschüre, gratis Download)

 

14. Mai 2019 «Energien der Zukunft»
Umbau der Energie-Erzeugung bis 2030 – auf dem Weg zwischen Strategie und Realität
 www.electrosuisse.ch/Energiezukunft

 

Photo by Matthew Henry on Unsplash

 

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