Industrie 4.0 – Schweizer Unternehmen haben Aufholbedarf

Wissen Sie, dass im internationalen Vergleich gerade einmal 1 % der Schweizer Firmen digitale Vorreiter sind? Vor allem Unternehmen in Asien und Amerika lassen Europa, den mittleren Osten und Afrika weit hinter sich.

Gemäss der «Global Digital Operations Study 2018» von PwC arbeiten rund 15 % global tätiger Firmen mit künstlicher Intelligenz. In der Schweiz beträgt dieser Wert lediglich 1 %. Mit breiter Brust dürfen wir uns jedoch in Sachen Digitalkultur zeigen. Hier sind wir führend. Zudem lässt sich ein Trend zur Rückverlagerung gewisser Produktionsprozesse in die Schweiz erkennen. Und obwohl Industrie 4.0-Projekte gerade bei Produktionsunternehmen Priorität haben, gibt es noch ein ganzes Stück Arbeit bis zur vollständigen digitalen Transformation.

Schweizer Firmen erwarten überschaubare Vorteile durch die Digitalisierung

Digitale Produkte und Dienstleistungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Sie sind heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. In Schweizer Unternehmen macht dieser Anteil Rund 18 % des Umsatzes aus. Bis 2023 soll der Wert auf 26 % ansteigen. Investitionen in Digitaltechnologien sind lohnenswert und versprechen neben höherer Produktivität auch Kosteneinsparungen. Doch bevor mit einem höheren Umsatz gerecht werden kann, sollten veraltete Systeme abgelöst und ersetzt werden. In dieser Ablösung und Transformation liegen die grössten Investitionen.   

Schleppendes Vorangehen bei der digitalen Implementierung  

Über die Hälfte der Schweizer Unternehmer haben bereits Fertigungsmanagement-Systeme, sogenannte «Manufacturing Execution Systems» (MES), implementiert. Dieser Wert liegt über dem globalen Durchschnitt von 45 %. Auch in Robotik-Anwendungen haben Schweizer Unternehmen die Nase vorn. Mit 41 % lassen sie die globalen Anwendungen (28 %) weit hinter sich zurück. Das war es jedoch bereits mit dem Fortschritt. Integrierte End-to-End Supply-Chain-Planung wird nämlich nur in einem Drittel (33 %) der Schweizer Firmen genutzt. Im Vergleich mit Amerika und dem asiatischen Raum relativieren sich diese Zahlen deutlich. Dort wird bereits mehr als die Hälfte dieser Anwendungen genutzt. In Sachen Internet der Dinge (IoT) engagieren sich bis jetzt knapp 29 % der Schweizer Firmen. Im Bereich Blockchain sind es 11 %, währenddem im globalen Vergleich bereits 24 % der Unternehmungen diese Technologie nutzen.  

Digitale Strategien und Visionen werden wegweisend sein

Manager sehen die grössten Herausforderungen bei Ihren Mitarbeitenden. 57 % geben an, dass die Fähigkeiten intern fehlen, die Technologien erfolgreich zu implementieren und zu managen. Deshalb glaubt über die Hälfte, dass der Bedarf an Fachkräften in den kommenden fünf Jahren steigt. Vergleicht man die Antworten global, sind es sogar 58 %.  Die Mehrheit der Unternehmer möchte eine digitale Kultur fördern. Die Rede ist von digitalen Kundenerfahrungen, stetige Weiterbildungen zu neuen Trends, Fehlerkultur und flache Hierarchien. Die bestehenden Rahmenbedingungen bewerten Schweizer Manager positiv: 53 % geben an, dass Fehler bereits als Teil des Entwicklungsprozesses angesehen werden. Auch beim Thema flache Hierarchien sind bereits zwei Drittel der Unternehmen auf gut  unterwegs.

Fazit: Insgesamt kann die Schweiz als Produktionsstandort profitieren und ist gerüstet für die Industrie 4.0, besonders was die digitale Kultur angeht. Gut durchdachte, digitale Strategien und Visionen werden wegweisend sein für den weiteren Verlauf der digitalen Transformation und den Wirtschaftsstandort Schweiz.

 

Industrie 4.0 – Digitalisierung als Normalität
Die Konferenz «Industrie 4.0 – Digitalisierung als Normalität» vom Finanz und Wirtschaft Forum fand am 22. November 2018 am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon mit 100 Teilnehmern statt. Über 80 % der anwesenden Firmenvertreter bestätigen, dass sie in die Digitalisierung investieren, ein eindeutiges Indiz, dass es sich nicht um ein Konjunkturthema, sondern um eine unumkehrbare Transformationsbewegung handelt. Wichtig ist jetzt der gezielte Einsatz und auswertbare Nutzen von digitalen Technologien und Daten, um effizienter am Markt zu sein. Ausserdem müsse man bestehende Prozesse erweitern und digitalisieren sowie neue Möglichkeiten für Geschäftsfelder erkennen und aufbauen.

Mehr dazu:  bulletin.ch
 

 

Veranstaltungshinweise

7. März Smart Home in Basel »
19. März 2019 NetzImpuls Aarau »
31. Oktober 2019 Faktor Energie, Zürich

Weitere Veranstaltungen zu den Themen Energie und Informationstechnik

 

«Global Digital Operations Study 2018» (PwC-Studie)

«Lohnradar 2018», Visionen und Trends in der Arbeitswelt (Studie)

www.industrie2025.ch (Web)

«Was die Schweiz von Amazon lernen kann»  (Blog)

«Schrittweise zur optimalen Fertigung»  (bulletin.ch-Artikel)

«Automatisierung - Sich nicht vom Industrie-4.0-Hype blenden lassen» (bulletin.ch-Artikel)

 

Quelle: PwC Strategy & «Global Digital Operations Study 2018»
Foto: pixabay

 

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