Kein Blackout in Anwil

Der Energieversorger EBL und die Gemeinde Anwil probten vom 10.–15. September den Ernstfall bezüglich Energiestrategie 2050. 142 Bewohner liessen ihre Benzin- oder Dieselfahrzeuge stehen. Sie wollten erfahren, was es heisst, während einer Woche «rein elektrisch» unterwegs zu sein. Gemeinsam legten sie 27 341 km in den bereitgestellten Elektrofahrzeugen zurück. Dank umweltfreundlich produziertem Strom wurden total 3,8 t CO2-Emissionen eingespart. Das Stromnetz blieb trotz dem zusätzlichen Stromverbrauch von +8,5 % sowie Lastspitzen von +100 % stabil. Das Experiment endete ohne nennenswerte Zwischenfälle oder Abschleppszenarios, dafür mit 100% Elektrofahrspass.

Im Gemeinschaftsprojekt wurde erprobt, wie sich das Energiesystem der Zukunft durch den technologischen Fortschritt in der Mobilität und im Wohnen während des Alltags verändert. Dazu wurden Elektrofahrzeuge organisiert, die notwendige Ladeinfrastruktur installiert und zahlreiche Energieberatungen durchgeführt. Zwei Familien traten zudem in der «Smart-Home-Challenge» gegeneinander an. Tobias Andrist, CEO der EBL, zieht Bilanz: «Wir haben die technische und organisatorische Integration der Elektromobilität erfolgreich geprobt. Dieser praktische Wissensvorsprung stärkt uns und wir sind als innovatives und service-orientiertes Energieunternehmen bereit für die Veränderungen im Energiemarkt.»

Elektrisch um die halbe Welt

Es ist gelungen, für das Experiment 142 Elektrofahrzeuge zu organisieren und ebenso viele Einwohner dazu zu motivieren, während einer Woche von ihrem konventionellen Auto auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen. Zum Einsatz kamen: 97 E-Autos, 25 E-Bikes, 5 E-Motorräder, 1 E-Gemeinde-Fahrzeuge, 1 E-Handwerker-Fahrzeug, 11 eigene E-Mobile, 1 Sharoo-Fahrzeug als Mietwagen und 1 E-Müllkipper. Die Fahrinformationen wurden während der ganzen Woche gesammelt und ausgewertet.

Einsparung von 880 Tonnen CO2 und CHF 320 000

Alle Fahrzeuge zusammen legten während dieser Woche eine Strecke von rund 27 341 km zurück. Elektroautos haben mit umweltfreundlich produziertem Strom minimale CO2-Emissionen. Dank dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge konnten so in fünf Tagen 3,8 t CO2-Emissionen eingespart werden. Würden ab sofort alle  Haushalte auf elektrische Antriebe für ihre Erstfahrzeuge ausgerichtet, so könnten pro Jahr 880 t CO2-Emissionen eingespart werden. Abzüglich der Stromkosten würden die Einsparungen bei den Treibstoffgebühren für Benzin und Diesel rund 320 000 CHF betragen.

Energiebedarf wuchs um 8,5 %

Während dieser Woche wurde das Stromnetz durch die EBL speziell überwacht und der Verbrauch aufgezeichnet. Der Strombedarf erhöhte sich um 8,5 %, mit kurzen Leistungsspitzen von bis zu 100 %. Die während der Woche benötigte Energie konnte dank sonnigem Wetter mit den 27 bestehenden Photovoltaik-Anlagen in Anwil mit erneuerbarer Energie gedeckt werden.

Energiesparen als Wettbewerb

Im zweiten Teil des Experiments, der «Smart-Home-Challenge», massen sich zwei Familien im Energiesparen. Familie Baumgartner trat gegen Familie Santoro an. Beiden Familien wurde während des Experiments ein E-Auto der Marke Tesla zur Verfügung gestellt. Dazu bekamen Sie eine Ladestation von e-Mobility der Elektro Material, einen Batteriespeicher und ein modernes Energiemanagement von smart-me. Der Energieverbrauch der Woche wurde mit dem Verbrauch während derselben Zeitspanne vor einem Jahr verglichen. Als knapper Gewinner ging Familie Santoro aus dem Experiment hervor: sie sparte 68 % Energie ein, Familie Baumgartner 65 %. Da das Resultat so knapp ausfiel, entschied die EBL, dass beide Familien die Energie-Installationen behalten dürfen.

Bereit für die Energiezukunft

Die drei beteiligten Partner, d.h. die Initiantin EBL, die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung und die Gemeinde Anwil, haben durch die intensive Auseinandersetzung mit der Technologie im Alltag und in der Prävention sehr viel gelernt. Hürden wurden abgebaut und nachhaltige Erkenntnisse werden bald umgesetzt. Gemeinde-Vizepräsident Marcel König ist überzeugt: «Das Energiebewusstsein der «Ammeler» ist mit dem Experiment stark gewachsen und wir sind bereit für weitere spannende Projekte.»

 

Kommentare zum Beitrag

Noch keine Kommentare zu diesem Beitrag vorhanden.

Einen Kommentar schreiben


Weitere Beiträge

IEC 1906 Award
Am 29. November durften so viele Schweizer Vertreter des CES den renommierten IEC 1906 Award entgege...