Kennen Sie die Energiestrategie 2050?

83 % der Bevölkerung kennt die Ziele der Energiestrategie 2050 nicht wirklich. Diese erstaunliche Tatsache hat das ewz in einer repräsentativen Umfrage im vergangenen September aufgedeckt. Die Umfrageteilnehmer bestätigen, dass der Ausbau von erneuerbaren Energien aus Wasser, Wind und Sonne Priorität hat. Die Resultate zeigen aber auch, dass deren Umsetzung nur etwas über 40 % der Befragten für realistisch halten, wenn ihnen die Energiestrategie erläutert wird. 

Im Auftrag der ewz befragte GfK letzten Sommer 1003 Personen in der ganzen Schweiz, wie sie die Ziele der Energiestrategie 2050 priorisieren. Für die Befragten ist die Förderung der erneuerbaren Energien das wichtigste Ziel und somit auf dem 1. Platz klassiert. Auf Rang 2 folgt die Senkung des Energieverbrauchs, den 3. Platz nimmt die Erhöhung der Energieeffizienz ein. Es folgt der Ausstieg aus der Kernenergie auf Platz 4. Die Erneuerung der Stromnetze liegt auf dem 5. Platz. 

Energiestrategie 2050 praktisch unbekannt

Obwohl der Begriffe «Energiewende» oder «Energiestrategie» fast täglich in den Medien Beachtung finden, kennen nur gerade 170 Personen (17 %) der Umfrageteilnehmer die Energiestrategie 2050. Erläutert man ihnen die Strategie jedoch, dann halten 415 (41,4 %) Personen eine Umsetzung für möglich, 328 (32,7 %) sind sich nicht sicher und 259 (25,9 %) glauben nicht an eine Realisierung. Diese Resultate führen zum Schluss, dass sich die Bevölkerung zumindest bezüglich der Ziele der Energiestrategie intuitiv bewusst ist und die folgerichtigen Schlüsse ziehen. Bei dieser Umfrage fällt auch der sprachregionale Unterschied auf: 250 der 1003 befragten Personen stammen aus der Westschweiz. Davon erachten 151 Personen (60,6 %) die Umsetzung als machbar. Von allen 753 Deutschschweizern sind es lediglich 264 Personen (35 %), die dies als möglich erachten. Das zeigt deutlich, dass es weitere, intensive Kommunikationsarbeit mit realistischen Beispielen braucht, die aufzeigen, wie die Energiewende zu schaffen ist. Es gibt noch viel zu tun, um die Bevölkerung von der Energiestrategie 2050 auch zu überzeugen.

Im Inland in Solarenergie investieren.

Von allen Befragten finden 534 Personen (53,3 %), dass die Ressourcen im Inland ausreichen, um den Strombedarf auch langfristig zu decken. 331 Befragte (von 534) sind der Meinung, man müsste in inländischen Naturstrom investieren. Die Gewichtung, welche Technologie gefördert werden soll, ist ebenfalls klar: Sonne (88,2 %), gefolgt von Wind (68,2 %) und Wasser (64,6 %).

139 Umfrageteilnehmer (von 534) finden, dass man auch in nicht-Naturstrom-Kraftwerken im Inland Strom produziert muss. Sie bevorzugen Kernenergie (39,6 %), Gasturbinen (22,3 %) und Kohlekraft (8,8 %).

Im Ausland auf andere Technologien setzen

469 aller befragten Personen (46,7 %) finden Investitionen auch im Ausland nötig. 129 Personen (von 469) würden in Solarenergie (76,2 %), Wind- (72,7 %) und Wasserkraft (44,97 %) investieren. 271 Personen (von 469) befürworten Investitionen in andere Technologien. An erster Stelle steht Kernenergie (35,7 %) gefolgt von Gasturbinen (23,6 %) und Kohlekraft (7,9 %). 

Selbstverantwortung und Beratung 

Alle 1003 Personen wären bereit, selbst in Photovoltaik (PV), resp. Naturstrom, zu investieren: 529 Personen (52,7 %) würden dies mit einer eigenen PV-Anlage realisieren, 293 (29,2 %) mittels eines Beteiligungsmodells und 65 (6,5 %) würden sich beim lokalen Energieversorger mit Solarstrom eindecken. Da Energiesparen für die Befragten die zweitwichtigste Massnahme ist, unternehmen sie auch selbst etwas: 83,8 % duschen statt baden, 82,7 % löschen immer das Licht und 75,5 % verwenden LED-Leuchtmittel statt Glühbirnen. Diese Beispiele bestätigen, dass die Bevölkerung grundsätzlich bereit ist, aktiv einen Beitrag leisten. Dies zeigt sich auch am Erfolg des Solarstrom-Beteiligungsmodelles der ewz.solarzüri für Wohnungsmieter in der Stadt Zürich.


Unwissenheit und fehlende Erfahrung bremsen die Energiestrategie 2050 (Blog)

«Energie – sonnenklar», Photovoltaik: Technik und Infrastruktur (Info-Broschüre, PDF)

Entspannt – dank Effizienz, Der bewusste Umgang mit Elektrizität (Info-Broschüre, PDF)

Energiestrategie 2050 (BFE, Web)

Energie sinnvoll nutzen (Electrosuisse, Web)

Licht aus Halbleitern, Glühdrähte und Leuchtstoffröhren weichen Halbleiterchips (Artikel, bulletin.ch)

Die post-fossile Mobilität, Fundamentaler Wandel (Artikel, bulletin.ch)

e'mobile, Fachgesellschaft von Electrosuisse für energieeffiziente Mobilität (Web)

Energiestiftung Schweiz (Web)

 

Veranstaltungshinweise

 

Quelle: ewz
Foto: pixabay

 

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