Landstrom für Seeschiffe in Rotterdam

Die Stadt Rotterdam und der Hafenbetrieb werden den Landstrom für Seeschiffe einführen. In zehn Jahren sollen die meisten der Seeschiffe «an die Steckdose» angeschlossen werden, wenn sie am Kai liegen. Ihre Dieselgeneratoren können dann ausgeschaltet werden, was nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch ist.

Der Rotterdamer Stadtbeigeordnete für Nachhaltigkeit Arno Bonte erläutert: «Mit dem Landstrom schliessen wir Schiffe an eine saubere Energiequelle an. Damit vermeiden wir Luftverschmutzung und Lärmbelastung. Das ist für die Anlieger angenehm und kommt auch den Naturgebieten zugute. Der Hafen wird so wieder ein bisschen ökologischer.»

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, äussert sich folgendermassen: «Unsere Vision ist ambitioniert, jedoch ebenfalls pragmatisch. Wir werden jetzt acht bis zehn Landstromprojekte für verschiedene Seeschifftypen einrichten. Das machen wir gemeinsam mit den Unternehmen im Hafen sowie mit den Reedereien. Aus diesen Projekten ziehen wir unsere Lehren, und dann wird sich herausstellen, ob das Tempo erhöht werden kann oder gedrosselt werden muss.»

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Elektrifizierung einer Anlegestelle in Rotterdam. Bild: Danny Cornelissen

Drei Eckpunkte

Da es grosse Unterschiede zwischen Schiffen und den Orten gibt, an denen sie anlegen, stützt sich die Landstromstrategie auf drei Eckpunkte. Der erste konzentriert sich auf die Qualität des Lebensumfelds, indem öffentliche Kais in städtischen Gebieten mit Landstrom versorgt werden. Das Ziel lautet, dass bis 2030 90% der Anlagen durch die hier anlegenden Schiffe genutzt werden. Zudem untersuchen wir die Möglichkeiten des Landstroms an privaten Kais in der Nähe städtischer Gebiete.

Der zweite Eckpunkt zeichnet sich durch «grosse Schritte, wo diese möglich sind» aus. Ziel ist die Installation von Landstromanlagen für Fähren, Roll-on-Roll-off-, Offshore- und Kreuzfahrtschiffe, die bis 2030 ebenfalls zu 90% genutzt werden sollen. Beim Containersektor wird eine fünfzigprozentige Nutzung der Landstromversorgung bis 2030 für die grossen Schiffe (TEU 10.000+) angestrebt. Der dritte Eckpunkt betrifft die Entwicklung von Innovationen, z. B. für flüssige Massengutfrachter, für die es derzeit keine ausreichenden Möglichkeiten der Landstromversorgung gibt.

Ziel ist es, in den kommenden Jahren acht bis zehn konkrete Landstromprojekte zu realisieren, die sich auf die drei Eckpunkte des Programms verteilen. Es wird dafür mit einem Gesamtbedarf von etwa 125 Mio. Euro gerechnet.

 


Der Hafen Rotterdam

Hafenbetrieb: 1200 Arbeitnehmer, Umsatz ungefähr € 710 Millionen.

Hafengebiet: 12'500 ha (Land & Wasser, von denen circa 6000 ha Industriegebiete). Die Länge des Hafengebiets beträgt mehr als 40 km.

Beschäftigungsvolumen: 385'000 Arbeitsplätze in den Niederlanden. Güterdurchsatz: circa 470 Mt Güter pro Jahr. Schifffahrt: circa 30'000 Hochseeschiffe und 100'000 Binnenschiffe pro Jahr.

 

 

 

 

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