Mit Elektroschiffen zu den Niagarafällen

Immer mehr Urlauber wollen umweltfreundlich zu Sehenswürdigkeiten gelangen. Demnächst ist dies an den Niagarafällen mit zwei Elektro-Passagierschiffen möglich. 

Erstmals können Besucher der berühmten Niagarafälle an der amerikanisch-kanadischen Grenze die Gewalten der Natur emissionsfrei erleben. Die beiden neuen Passagierschiffe der Maid of the Mist werden ausschliesslich mit Hochleistungs-Batteriepaketen betrieben. Dies sind die ersten vollelektrischen Schiffe, die je in den USA gebaut wurden. 

Ohne Mief in der Nase

Wenn die beiden neuen Schiffe im Lauf dieses Jahres den Betrieb aufnehmen, können die Fahrgäste die Niagarafälle dank der emissionsfreien Schweizer Technologie von ABB ohne die störenden Motorgeräusche, Vibrationen und Abgase herkömmlicher Dieselmotoren geniessen. Maid of the Mist ist einer der ältesten Anbieter der zu dieser Touristenattraktion in Nordamerika fährt. Jährlich befördern sie rund 1,6 Millionen Fahrgäste.

Umweltschonender Tourismus, ein Paradoxon?

Die Antwort lautet sowohl «ja» als auch «nein»: Massentourismus zu Naturschauspielen ist ja per se nicht wirklich umweltschonend. Aber wenn schon Massentourismus, dann doch lieber möglichst umweltschonend. «Der wegweisende Schritt von Maid of the Mist in Richtung Elektromobilität steht im Zeichen einer neuen Ära des Verkehrs», sagt Peter Terwiesch, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Industrieautomation von ABB. «Die Reduzierung der Emissionen an den Niagarafällen ist nicht nur wichtig für das imposante Naturdenkmal, sondern beweist auch, dass Technologien, die eine nachhaltige Mobilität möglich machen, heute schon zur Verfügung stehen.»

Redundante Antriebssysteme

Die zwei Katamaranrümpfe der beiden Schiffe werden jeweils mit zwei Batteriepaketen mit einer Gesamtleistung von 316 kWh betrieben. Die Ausstattung mit völlig unabhängigen Antriebssystemen sorgt für Redundanz und macht den Betrieb ausfallsicherer. Aufgeladen werden die Schiffe jeweils zwischen den einzelnen Fahrten, wenn die Fahrgäste an oder von Bord gehen. Nach einem Ladevorgang von sieben Minuten können die Batterien die elektrischen Antriebsmotoren, die eine Gesamtleistung von 400 kW (563 PS) erreichen, mit Strom versorgen. Das integrierte Power and Energy Management System (PEMS) steuert die Stromversorgung und optimiert den Energieverbrauch an Bord.

Mit Wasserkraft zu den Wasserfällen

Die Batterien werden mit Strom aus Wasserkraft geladen – der grössten erneuerbaren Energiequelle für die Stromerzeugung in den USA. Sie ist für 7 % der gesamten Stromproduktion des Landes verantwortlich. Die Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energie macht den Energiekreislauf der neuen Elektroschiffe völlig emissionsfrei.

Schiffverkehr mit viel Potenzial

Nachhaltiger Verkehr spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Der Schiffsverkehr ist für 2 – 3 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und zuständig für die Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe, hat als weltweites Ziel eine Minderung der Jahresemissionen bis 2050 um 50 % gegenüber 2008 vorgegeben.


Veranstaltungshinweise

 

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Weltweit erste Wasserstofffähre mit Brennstoffzelle (Blog)  

Mit weniger Treibstoff über den See (Artikel bulletin.ch)

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Foto + Video: ABB

 

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