Smart Home in a connected world

Komfort und Integrationsmöglichkeiten, die wir vom Smartphone kennen, erwarten wir immer mehr auch in unserem Zuhause. Dort treffen sich verschiedene brandaktuelle Themen: Smarte Geräte, digitale Multimedia-Welt, Internet der Dinge und nachhaltige Energieproduktion und -nutzung. An der Smart Home 2019 wurden diese Themen in den entsprechenden Fachkreisen erläutert und diskutiert.


Interview mit Henning Fuhrmann,
Tagungsleiter Smart Home 2019
Siemens Building-Technologies


Wohin gehen die aktuellen Entwicklungen im Bereich Smart Home?

Das Angebot im Bereich Smart Home vergrössert sich rasant, gleichzeitig wird auch die Einbindung verschiedener Produkte in ein Smart Home eher einfacher. Die Anbieter haben erkannt, dass für alle Marktteilnehmer Interoperabilität der Schlüssel zum Erfolg ist und bieten entsprechende Interfaces an. Die Schnittstellen des Smart Homes werden auch immer stärker zum Thema bezüglich Elektromobilität und den Herausforderungen der Energiewende.


Wird in Zukunft jedes Daheim quasi ein «Raumschiff Enterprise», resp. zu einer Schaltzentrale mit einer Art Kommandobrücke?

Damit das Smart Home in der Breite erfolgreich wird, darf genau das nicht passieren. Die Kunden sind meistens nicht an der Technologie, sondern an deren Vorteilen interessiert. Die Technik wird und muss deswegen in den Hintergrund treten und die allermeisten Dinge automatisch ausführen. Wenn ich eine Kommandobrücke brauche, habe ich keinen Komfortgewinn!
 

Wie geht alles zusammen mit all den unterschiedlichen Systemen, Technologien und Datenvolumen?

Natürlich wird es auch in Zukunft noch Systeme und Technologien geben, die man nur aufwändig zusammen nutzen kann. Es werden sich diejenigen Produkte und Systeme durchsetzen, die leicht integrierbar mit anderen sind und alleine dadurch schon für den Nutzer in den Hintergrund treten. Datenvolumen können je nach Applikation stark unterschiedlich sein, die Kosten werden aber erstens tendenziell immer weiter sinken, und zweitens können Anwendungen mit besonders hohem Datenaufkommen oft auch durch lokales Pre-Processing Edge Computing») auf hauptsächlich lokalen Datenverkehr reduziert werden.

 

 

Wo sind meine Daten gespeichert und wer hat die Datenhoheit? 

Meine Daten gehören mir. Für viele Dienste muss ich sie allerdings dem Anbieter für die Verarbeitung überlassen. Benötigt der Anbieter meine Daten für den Dienst, den ich gerne von ihm beziehen möchte, bleibt mir keine andere Wahl, als ihm diese für den entsprechenden Dienst zugänglich zu machen – oder darauf zu verzichten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Daten physisch bei mir oder bei einem Anbieter gespeichert sind. Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens: Vertraue ich dem Anbieter, dass er meine Daten nur für den vereinbarten Zweck verwendet? Diesbezüglich waren bis vor kurzem sehr viele Nutzer eher sorglos, aber ich denke, das Thema nimmt in der Öffentlichkeit einen immer grösseren Raum ein. Die Anbieter werden darauf immer mehr Rücksicht nehmen müssen.


Wie gross ist das Risiko, im Smart Home gehackt zu werden?

Die allermeisten gelungenen Attacken von Hackern gehen auf sehr ein einfaches Fehlverhalten von Nutzern oder Entwicklern zurück: default Passworte werden nicht geändert, updates für Geräte nicht gemacht, Phishing mails angeklickt etc. Wenn ich als Nutzer minimale Standards einhalte, bin ich für die meisten Hacker schon kein interessantes Ziel mehr.
 

Was ist der konkrete Mehrwert für Menschen in einem Smart Home?

Das hängt sehr vom Smart Home ab! Für den einen Nutzer ist es einfach die Freude an der gelungenen Integration von Komfort, Multimedia, Beleuchtung etc. Für den anderen kann es ein Smart Home ermöglichen, auch im Alter noch sehr lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Für einen dritten ist es eine Notwendigkeit im Zusammenhang mit der Energiewende und der Elektromobilität.

 

Veranstaltungshinweise

 

Datenschutz (EDÖB), (Web)

Bussysteme fürs Smart Home (bulletin.ch)

Smart Homes, Die nächste digitale Disruption (bulletin.ch)

Cybersecurity: Alles eine Frage der «Einstellung»?  (Blog)

Smart Home: …und was will der Kunde (wirklich)?  (Blog)

 

Foto: Photo by BENCE BOROS on Unsplash

 

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