Umweltbewusstsein in der Schweiz fällt auf Niveau von 2014 zurück

Die aktuelle, repräsentative Studie «UNIVOX Umwelt 2017» von Dr. Andreas Schaub und Stephanie Welte zeigt ein ernüchterndes Bild: Obwohl sich die Schweizer Bevölkerung grundsätzlich ein hohes Umweltbewusstsein attestiert und dieses auch nachweislich gestiegen war, fällt die Kurve des Umweltbewusstseins, -Verhaltens und -Verständnisses aktuell wieder auf das Niveau von 2014 zurück. Die Lärmbelastung und die Verkehrssituation gehören zu den Umweltproblemen, die gemäss den Umfrageteilnehmern dringend gelöst werden sollten.

Aus der im Mai 2018 vom Meinungs- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich veröffentlichten Studie geht hervor, dass 66 % der Schweizer Bevölkerung eine Zunahme der Lärmbelastung in der Schweiz beobachten. Zwei von drei Personen sind der Ansicht, dass diese Belastung in der Schweiz in den letzten 10 Jahren zugenommen hat. Heute schätzt knapp die Hälfte aller Befragten (46 %) die Lärmbelastung als hoch bis sehr hoch ein. Knapp ein Viertel aller Befragten (23 %) fühlt sich in ihrer Lebensqualität oder Gesundheit beeinträchtigt.

Verkehrslärm trägt am meisten zur Lärmbelästigung bei

Von den 23 % der Schweizer Bevölkerung, die sich durch die Lärmbelastung in ihrer Lebensqualität oder der Gesundheit beeinträchtigt fühlen, schlägt der Verkehrslärm (nicht weiter spezifiziert) 47 %, der Autolärm mit 19 %, der Fluglärm mit 14 % und menschlicher Lärm (laute Gespräche, Nachbarn etc.) mit 12 % sowie Baulärm mit 11 % und Musik- oder Partylärm mit 10 % zu Buche.

Weniger Verkehr wichtigste Massnahme

Die Schweizer Bevölkerung ist gemäss dieser Umfrage mit 54 % mehrheitlich der Meinung, dass mehr zur Lärmreduktion unternommen werden müsste. Dabei ist eine Verminderung des Verkehrsaufkommens für jede vierte befragte Person (27 %) die wichtigste Massnahme, um diese Belastung zu verringern. Diese Aussagen werden gefolgt von der Forderung zur Reduktion des Flugverkehrs, bzw. eines Nachtflugverbots (19 %), und strengeren Gesetzen bzw. Vorschriften (17 %).

Verkehr dringendstes Problem

Bei der Frage nach den Umweltproblemen in der Schweiz, die dringend gelöst werden sollten, antworten die Schweizerinnen und Schweizer am häufigsten mit dem Problembereich Verkehr, d.h.  Verkehrsbelastung, -Verschmutzung oder zu viele Autos mit 18 %. An zweiter und dritter Stelle werden Probleme genannt, die mit dem Verkehr zusammen hängen: Luftverschmutzung durch Verkehr (12 %) und der zu hohe CO2-Ausstoss (9 %).

«Röstigraben»

Die Wahrnehmung der dringlichsten Umweltprobleme unterscheidet sich deutlich zwischen den Befragten der Deutschschweiz und der Romandie: Während in der Deutschschweiz der Verkehr mit 20 %, die Luftverschmutzung mit 12 % und der hohe CO2-Ausstoss mit 9 % die ersten drei Plätze belegen, sind es in der Westschweiz neben dem Verkehr (12 %) vor allem der Klimawandel (12 %), die Verschmutzung der Natur allgemein (11 %) sowie die Atomenergie (11 %), die als am dringendsten zu lösen eingeschätzt werden.

Studie «UNIVOX Umwelt 2017» des gfs-zürich

Energieeffiziente Fahrzeuge - Markttrends 2018 (Broschüre, pdf)
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