Wave Trophy 2018 – Ein Insider berichtet

In neun Tagen durch die Schweiz – aber bitte mit einem Elektrofahrzeug. Vom 8. – 16. Juni wagten sich Fahrerteams aus ganz Europa auf die 1200 Kilometer lange Route. Unser Mitarbeiter, Christian Frei, fuhr in seinem «Smile» von Kamoo mit. Bereits zum fünften Mal bestritt er die Trophy.

„Meine Motivation, an der WAVE teilzunehmen, ist aufzuzeigen, dass Elektromobilität funktioniert“, so Christian Frei.

Gestartet wurde in Winterthur. Um 15.30 Uhr fuhren die ersten Fahrerteams los Richtung Affoltern am Albis. Der erste Zwischenhalt von sehr vielen. Denn wirft man einen Blick auf die Route und die dazugehörige Terminliste, bekommt man eine vage Vorstellung davon, wie straff der Zeitplan war. Bis zu sechs verschiedene Destinationen peilten die rund 160 Teilnehmer pro Tag an. Selbstverständlich gab es in jeder Gemeinde etwas anderes zu sehen, zu besichtigen oder zu diskutieren. Auch galt es, eine Menge Termine einzuhalten. Und war man erst mal an der letzten Tagesetappe angelangt, legte man sich auch nicht gleich aufs Ohr. «Es wurde meist nach Mitternacht, bis ich ins Bett gekommen bin,» so Christian Frei. Übernachtet hat er in Hotels. «Die Unterkünfte sind bereits im Vorhinein gebucht worden. Wir haben aber auch schon in Luftschutzkellern übernachtet.»

Wave Trophy Schweiz Route 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regeneration per Steckdose

Die Nacht nutzten sowohl Teilnehmer wie auch Fahrzeuge für eine Regeneration. Während die Fahrer schliefen, wurden die Fahrzeuge aufgeladen. «In den Gemeinden, in welchen wir die Nächte verbrachten, mussten uns insgesamt zwölf Steckdosen mit jeweils 64 A zur Verfügung stehen. Das war der «Ladepakt», welcher geschlossen wurde», sagt Christian Frei. Nun kann man sich das einmal selber ausrechnen. Wenn 80 Fahrzeuge in einer Nacht geladen werden müssen, um startklar für den nächsten Tag zu sein, kann das eine Herausforderung werden. «Wir haben hintereinander und übereinander geparkt», scherzt er und ergänzt dann, «es wurde in Schichten geladen. Dazu wurde berücksichtigt, welche Fahrzeuge eine längere Ladedauer benötigen. Der Renault Twizzy (3,4 kW Ladeleistung) beispielsweise, hängte sich gleich von Beginn an die Ladestation. Wir warteten dann einfach. Das war für niemanden ein Problem», so Christian Frei. Viele der Fahrzeuge, insbesondere die Experimentalfahrzeuge, wie auch er selbst eines hat, würden zudem auch tagsüber geladen. «Der «Smile» hat eine Reichweite von 160 Kilometern, das reicht nicht immer aus», erklärt Christian Frei, «wenn ich eine Ladestation benötige, schaue ich beim Lemnet auf der e’mobile Website oder nutze das App «next plug». Die Auswahl an Anbietern ist gross. Eine Station zu finden, ist nicht das Problem. Alles ist machbar.»

In Biasca bitte wenden

Neben dem Ladeprozess sei auch die Streckenplanung spontan abgelaufen. «Mit Google suchte ich die optimale Tagesroute und überlegte mir dann, wann und wo ich unterwegs mein Auto laden kann,» sagt er. Während den vergangenen Teilnahmen hätte das manchmal auch für kleine Umwege gesorgt. «Einmal bin ich über den Lukmanierpass gefahren statt über die Furkaoberalp und musste schliesslich in Biasca wenden. Das waren rund 60 km die ich mehr fuhr. Da musst du dann halt schauen, wie du zu geeigneter Ladeinfrastrukur kommst. Aber es geht mit dem Elektroauto.»

Dass es immer irgendwie geht, zeigte sich vor allem während eines grossen Härtetests an der diesjährigen WAVE: Regenwetter. Einigen der Teilnehmer, welche mit offenen Fahrzeugen antraten, machte der viele Regen einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Auch die E-Biker waren irgendwann nicht mehr ganz taufrisch unterwegs. «Einige hatten mit Schüttelfrost zu kämpfen. Die haben wir dann in ein Auto verfrachtet, die Heizung aufgedreht und sind so weitergefahren», sagt Christian Frei. Neben dem Schlechtwetter gab es noch andere Herausforderungen zu meistern. Der Termindruck und die Erschöpfung: «Man möchte all die verschiedenen Termine während der WAVE unbedingt wahrnehmen und mit dabei sein.» Die schönen Momente dominieren aber ganz klar. Für Christian Frei ist ein solcher Glücksmoment das Befahren verschiedener Pässe. «Am besten, wenn die Sonne scheint. Dann kann ich richtig Vollgas geben, die Beschleunigung mit einem Elektroauto ist grossartig. Mein Auto ist relativ leicht, ohne Batterie ca. 500 Kilogramm, da kann ich richtig in die Kurven liegen», schwärmt Frei.



Ein weiteres Highlight, das Christian Frei am Herzen liegt, sind die Schulbesuche, welche während der WAVE stattfinden. Davon gab es in diesem Jahr über 15. «Die organisierten Schulanlässe sind für mich etwas Besonderes», meint Christian Frei, «hier bietet sich die Gelegenheit, jungen Menschen zu zeigen, dass Elektromobilität nichts Exotisches ist.» Man fahre mit Autos vor, beantworte unterschiedlichste Fragen der jungen Menschen und biete sogar schon mal Mini-Probefahrten an. «Wir nehmen die Schüler ein Stück mit im Wagen. So erleben sie das Fahrgefühl, welches ein Elektroauto mit sich bringt.» Es gehe an solchen Anlässen auch darum, Zulauf zu generieren. Je mehr Menschen von der WAVE und der Elektromobilität erfahren, umso besser. Das sei das Ziel der Trophy.

Sehr fordernd, aber bereichernd

Dieses Ziel zu erreichen, sei sehr fordernd, insbesondere bezüglich Spontanität und Flexibilität. Das beginne bereits vor dem offiziellen Start. «Das Roadbook erhält man erst wenige Tage vor Abfahrt», sagt Christian Frei und fügt an: «Ein wirkliches Ferienfeeling ist während den neun Tagen nicht aufgekommen.» Doch trotz Müdigkeit und Erschöpfung empfiehlt er die WAVE Trophy allen Interessierten und Begeisterten und gibt gleich Tipps für Neulinge: «Schaut es als Reise an, bei welcher man die Gelegenheit hat, viele neue Leute kennenzulernen. Die Stimmung ist einmalig.»

Christian Frei ist sich sicher, dass die Elektromobilität in den nächsten Jahren enorm an Bedeutung gewinnen wird. «Die Elektromobilität kommt. Das dauert keine fünf Jahre mehr.» Wir dürfen gespannt sein.

Alle Informationen zur Wave Trophy: www.wavetrophy.com

 

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