Wenn nicht jetzt, wann dann?

KI, Blockchain, Virtual Reality oder intelligente Produkte bestehen aus Technologien, die sich rasant entwickeln und entsprechende Kompetenzen erfordern. Aber auch bestehende Systeme wie BIM, das in verschiedene Bereiche des Bauwesens einfliesst, Bussysteme im Smart Home oder Cloudverarbeitungen fordern aktuelles Know-how. Hinzu kommt der professionelle Umgang mit einer Unmenge von Daten, deren Vernetzung und Sicherheit. Elektro- und Energiefachleute sind gefordert.

Wie soll, ja muss man mit all diesen Entwicklungen umgehen? Eines ist klar: Wer sich in der zunehmend technologischen Welt zurechtfinden will, muss sich dauernd weiterbilden. Die Umfrage bestätigt, dass dies die meisten Fachleute im Elektrotechnik- und Energiebereich auch erkannt haben.

Unsere aktuelle Lohnstudie mit dem Schwerpunktthema Weiterbildung zeigt, dass sich 70 % der Befragten in den letzten zehn Jahren weitergebildet haben; weitere 17 % befanden sich zum Umfragezeitpunkt in einer Fortbildung. Zudem planen 84 % der Umfrageteilnehmer, sich in den kommenden fünf Jahren um ihre weitere Ausbildung zu kümmern. Auffallend ist, dass Themen wie Projektmanagement und Kommunikationsfähigkeiten eine gute Beachtung finden. Auch «weichere Faktoren» wie Sozial- oder Führungskompetenz spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Solche Fähigkeiten werden eine Schlüsselrolle spielen für künftige, erfolgreiche Geschäftsmodelle. Das Aufgabengebiet von Elektrotechnik und Energiefachleuten wird immer noch vielfältiger und umfangreicher.

Kunden wollen Transparenz und Auswahl

Kunden von heute sind informiert. Wer etwas benötigt, recherchiert zuerst im Internet und verschafft sich eine gute Informationsbasis. So haben es Fachleute vermehrt mit Menschen zu tun, die relativ klare Vorstellungen davon haben, was sie brauchen und welche Lösungsmöglichkeiten sich anbieten. So wollen Kunden auch umfassend und kompetent beraten werden, verschiedene und vor allem individuelle Möglichkeiten, Vorschläge und Optimierungen vom Experten erfahren, um dann entsprechend zu wählen. Für Fachleute immer wichtiger wird auch das Systemverständnis, sei es zur Steigerung der Energieeffizienz, Eigenverbrauchsoptimierung, Smart-Home-Lösungen oder für Schnittstellen zu anderen Gewerken. Fachleute müssen wissen, was es am «anderen Ende» braucht.

Kooperationsfähigkeit und Neugierde unterstützen

Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, wer sich gute Zukunftsperspektiven verschaffen will, der wird besser zum technischen Allrounder und Dienstleister – also auch zum guten Kundenberater und Verkäufer mit Sachverstand. Die neue Ausgangslage bestens informierter Kunden bietet grosse Chancen und birgt ebenso viele Risiken. Wer seine Auftraggeber ernst nimmt und mit echten, ehrlichen Leistungen aufwartet, dem dürften auch gute Kundenbeziehungen mit entsprechender Loyalität winken. Schon heute achten viele Auftraggeber auch auf Kundenbewertungen in den sozialen Medien. Diese können Unternehmen sowohl positiv voranbringen, als auch gnadenlos aus dem Wettbewerb werfen, insbesondere dann, wenn sich Kunden nicht verstanden oder gar ausgenutzt fühlen.

Wissen – die Basis, um zu verstehen

Fachwissen ist klar die Voraussetzung, um künftigen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Je grösser z.B. der Anteil erneuerbarer Energien ist, desto wichtiger wird auch die bedarfsgerechte Abstimmung, u.a. zwischen Energieerzeugung, Speicherung und Verbrauch. Dies zu wissen, ist wichtig, aber wirklich zu verstehen, wie solche Abstimmungen auch mit anderen Teams, Bereichen oder Branchen bewerkstelligt werden können, bietet erst wirklich gute, kostenoptimierte Lösungen. So sind die aktuellen Schlagwörter nicht nur technologisch bedingt.

Ein guter Mix aus Themen, wie z.B. das Wissen um Energie- und Kosteneffizienz, System-Know-how, Datenbewusstsein inklusive Cybersecurity, ergänzt mit Kooperationsfähigkeit, lösungsorientierter Zusammenarbeit in sich immer neuformierenden Projekten, Neugierde «über den Tellerrand hinaus» und grosser Kundenorientierung ergeben ein neues Profil eines Top-Branchenprofis. 

 

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Quelle: Electrosuise Lohnradar, Bernadette Kohler
Foto: Adobe Stock

 

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